Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632571
Einleihlng. 
Zeit nicht erfüllt, denn wenn auch die erhaltenen Wandgemälde 
dieser verhältnismässig kurzen Periocle zu Liget, Poitiers, Saint 
Savin, Rocamadour, Petit Queville, Montoire, Vie und Laval 
schliessen lassen, dass dieser Kunstzweig der auffallend zurück- 
gegangenen Miniaturmalerei überlegen war, so kann doch von 
einer besonderen Erheblichkeit nicht gesprochen werden. Auch 
die seit dem Ende des 1o. Jahrhunderts in S. Remi zu Reims ur- 
kundlich nachweisbare Glasmalerei zeigt in den zu Le Mans er- 
haltenen Resten aus dem Ende des r1.]ahrhunderts oder in jenen 
zu Angers aus der ersten Hälfte des 12. noch geringe Verdienste. 
Seit jedoch um die Mitte des 12. Jahrhunderts Abt Suger den 
Chor der Abteikirche von S. Denis mit den noch romanisch stili- 
sierten Glasgemälden schmückte, war die Glasmalerei das Schoss- 
kind der neuen gotischen Bauweise, und mit dieser ebenso un- 
trennbar verbunden und gepüegt, wie seit der altchristlichen Zeit 
die Wandmalerei, welche ihr jetzt den Vorrang lassen musste, 
Denn wenn auch in den Transepten der Kathedralen, in 
Kapellen und Profanbauten, ganz abgesehen von den noch zu 
schmückenden oder dekorativ zu erneuenden älteren Bauten noch 
WandHächen genug vorhanden gewesen wären, so verloren die 
Wandmalereien neben den farbenprächtigen Fenstern doch zu 
sehr an Wirkung, als dass man ihnen die Aufmerksamkeit und 
Hingebung, welche die gotischen Bauten Italiens ungleich besser 
lohnten, hätte widmen wollen und künnen. Es blieb kaum 
anderes übrig, als den Wandschmuck überwiegend auf orna- 
mentalern Wege zu besorgen. Von diesem Umschwung geben 
die erhaltenen Wandmalereien von S. Michel zu Rocamadour, von 
Notre-Dame zu Montmorillon, von der Kathedrale zu Bourges, von 
S. Julien zu Brioude, von S. Crepin in Evron, von der Jakobiner- 
kirche zu Toulouse, vom Nordportal der Kathedrale zu Reims und 
von Ste. Chapelle zu Paris, unter den Profanbauten Tour Ferrande 
zu Pernes, in der angegebenen Reihe vom Ende des 12. bis zum 
Ende des x4. Jahrhunderts entstanden, sprechendes Zeugnis. 
Ungleich bedeutender erscheinen die erhaltenen gleichzeitigen 
Leistungen der Glasmalerei, in welcher schon im 13. Jahrhundert 
die Werkstätten von Chartres, wo die Kathedrale nicht weniger 
als 146 Fenster erhielt, von Bourges (Kathedrale mit 183 Fenstern) 
und von Paris (Notre-Dame und Ste. Chapelle) hervorragten und 
wahrscheinlich den Fensterschmuck der Kathedralen von Reims, 
Amiens, Beauvais, Noyon, Soissons, Chälons, Troyes, Le Mans, 
Tours, Sens, Auxerre und Rouen wenigstens grossenteils besorgten. 
Die von Ile de France entlegeneren Gebiete konnten freilich
        

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