Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634283
Die 
Cim 
luecentisten 
Venedigs. 
179 
worden, durch das glühend goldige Kolorit geradezu die Kunst 
des Farbenzaubers. Damit konnte die Formbestimmtheit der 
Florentiner sich nicht verbinden, denn je mehr der Farbenschein 
zur Geltung kam, desto mehr musste sich der Umriss im tonigen 
Dämmer, dem kein plastisches, sondern nur mehr malerisches 
Sehen zugrunde Iag, lockern. Es war dies freilich nur Weiter- 
entwicklung und Folge der quattrocentistischen Kunst Venedigs, 
welcher ihrerseits der Farbenglanz von altersher durch die Musiv- 
und Emailthätigkeit angeerbt war. Aber die Konsequenz Wurde 
von einer 'l'rias ganz hervorragender Kräfte, wie sie im übrigen 
Italien in gleicher Bedeutung nur vereinzelt auftraten, gezogen, 
und so kam es, dass, Was Giovanni Bellini in der Gebundenheit 
seiner Zeit nur anzubahnen verrnocht, im Zeitalter Raphaels und 
Michelangelos zur glänzendsten und durchschlagendsten Ent- 
faltung kam. 
Wir schicken den grossen Vertretern des venetianischen 
Cinquecento einige Sprüsslinge der bellinischen Schule voraus, 
welche teils nicht die Kraft besassen, mit den Meistern gleichen 
Schritt zu halten, und deshalb auf halbeln Wege stehen blieben, 
teils aber in unruhigem Wanderleben infolge verschiedener anderer 
Einflüsse das venetianische Element nicht in voller Geschlossenheit 
und Kraft auszuprägen vermochten. Zu den ersteren gehären 
Pier Maria Pennachi aus Treviso (1464_I528) und dessen 
Sohn Girolamo Pennachi, dann auch des Fier hiaria jüngerer 
Landsmann Rocco Marconi, thätig zwischen 1505 und 1520, 
während manche andere unselbständige Bellinesken, wie Fram 
cesco Rizo da Santa Croce und Girolamo da. Santa. 
Croce, gestorben nach 1548, ihre Thätigkeit sogar bis in die 
Mitte des 16. Jahrhunderts fristeten. Unter den letzteren, d. h. 
unter jenen, welche durch stete Veränderung ihres Wohnsitzes 
des stetigen Ansporns von seite ihrer grossen Landsleute verlustig 
gingen, ragt Lorenzo Lotto hervor, um 1480 in Venedig 
geboren. Frühzeitig nach Treviso, Ancona, Rom und Bergamo 
gelangt und erst 1526 wieder nach Venedig zurückgekehrt, hatte 
dieser auch jetzt seine Unruhe noch nicht zu meistern vermocht, 
bis er nach mehrfachem anderen Ortswechsel 1550 für den Rest 
seines Lebens nach Loreto übersiedelte. Diesen Lebensumständen 
entspricht aber auch die Proteusnatur seiner Thätigkeit. Zunächst 
bei verhältnismässig harter Formgebung bellinesk, wie dies der 
xHieronymuse von 1500 im Louvre und die whiadonnaz von 
1500 in Palazzo Borghese, oder das gleichzeitige Altarwerk in 
S. Domenico zu Recanati zeigen, verrät er in der xGrablegungx 
12'?
        

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