Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634264
Nachfolger 
Lionardos 
Mailand. 
in 
177 
gelehrtenx darstellend. Am meisten Selbständigkeit aber vermochte 
er in seinem Hauptwerk, dem Fresko an der Lettnerwand von 
S. Maria degli Angeli zu Lugano von 1528 zu entfalten, dessen 
figurenreiche aPassionsdarstellungc hohe Schünheit mit Ausdrucks- 
fähigkeit und Bewegtheit verbindet, sowie auch die aMadonna mit 
Kind und dem h. Johannese in derselben Kirche (K1. B. 598) von 
besonderem Reize ist, 
Einen iihnlichen Entwicklungsgang zeigen die Tafelbilder, 
von welchen auch das frühest nachweisbare, die zPietäuc von 
S. Maria della. Passione in Mailand noch ganz borgognesk er- 
scheint. Seit 1500 aber wird auch im Tafelbild Lionardos Art 
so entschieden, dass manche Werke Luinis bis auf die neueste 
Zeit dem Nleister selbst zugeschrieben werden. So xChristus 
unter den Schriftgelehrtena in der Nationalgalerie zu London, 
vMaria im Rosenhagrr und die xMadonnae von 1515 in der Brera, 
wie der vjunge Tobiasca in der Ambrosiana. Bilder späteren 
Datums emanzipieren sich 1nehr von Lionardo, wie dies einige 
Werke in Mailand, Como, Legnano und Lugano zeigen, ohne 
eben dadurch wesentlich zu gewinnen. 
Neben diesen vier Nachfolgern sind andere untergeordnet. 
Wir heben von diesen, ohne auf den dem Meister freundschaftlich 
sehr nahestehenden Edelmann Franc esco Melzi oder auf seinen 
getreuen Diener Andrea Sala (Salaino), von welchen sich keine 
gesicherten Werke nachweisen lassen, weiter einzugehen, zunächst 
den Bernardino de' Conti hervor, der aus der Schule Foppas 
kommend mehr indirekte Einflüsse aus Lionardos Atelier empüng, 
aber nach dem wKardinalbildnisa von 1499 im Museum zu Berlin 
nicht unterschätzt werden darf. Die dürftigen Reste der male- 
rischen Arbeiten des grossen Renaissancearchitekten D onato 
Bramante lassen auf mehr umbrisch-Horentinische Richtung 
schliessen, passen mithin nicht hieher. Wohl aber Bartolomeo 
Suardi, nach seinem Anschluss an Bramante gewühnlich 
Bramantino genannt, der aus Foppas Schule gekommen, 
auch später neben jenen des Bramante Einüüsse Lionardos 
empflng. Von sehr 1nässiger Bedeutung sind dann auch Am- 
brogio de Predis und Giovanni Pietro Ricci, genannt 
G i a m p i e t r i n o , dessen aMadonnac im Museo Poldi-Pezzoli 
übrigens nicht ohne Reiz, und die Schüler Luinis, sein Sohn 
A_ure1io Luini und Gianantonio de Legaia. 
Endlich ist, nachdem von G. A. BazzifSodoma) bereits 
oben im Zusammenhang mit der sienesischen Kunst gehandelt 
worden, zweier Überläufer zu gedenken, welche dem Zug der 
Reber, Geschichte. 12
        

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