Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634179
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Die 
Malerei 
Italiens 
Cinquecento. 
keinen durchschlagenden Erfolg zu erringen, wie denn besonderg 
seine Deckenmalereien der Stanza della Segnatura schon nach 
kaum einjährigem Bestande wieder beseitigt wurden. In del- 
That sind auch die in der städtischen Galerie zu Siena erhaltenen 
Freskoreste einer XGCiSSCIÜIIgQ wie die wCaritascr-Bilder der Galerie 
zu Berlin und des Kestner-Museums daselbst noch von starker 
lionardesker Befangenheit. Auf die Hühe seines Ruhmes gelangte 
er erst durch das bei seinem zweiten rümischen Aufenthalt 1514[15 
gemalte Wandgelnälde der wVermählung Alexanders mit Roxaneg 
in der Villa (Farnese) des Agostino Chigi. Mehr als Botticelli in 
der Lage, den Reiz der klassischen Malerei der Zeit des Apelles 
enach antiken Berichten nachzuempfmden, wusste er in dieser Be- 
handlung eines Gemäldestoffes des Aetion, wie in seinen folgenden 
-Werken desselben Schlafgemaches, der wFrauen des Darius vor 
Alexandera, des vI-Iephaistos an der Arbeita u. s. W. dem Antiken- 
studium wie dem Einfluss Raphaels auch eine individuelle Seite 
abzugewinnen. Für den Erfolg dieser Stücke wie einer in päpst_ 
lichem Auftrzige gemalten wLukretiaa bürgt die Erhebung des 
Meisters in den rümischen Ritterstand. 
 Als Meister empündungsvoller Schänheit bewährte sich dam, 
Sodoma in den Fresken im Oratorio di S, Bernardino zu Siena, 
wo er 1518 in Gemeinschaft mit Pacchia und Beccafumi thätig, 
in den Marienbildern xTempelganga, wHeimsuchunge, sHirnmel- 
fahrta und xKrünunga alle Zeitgenossen ausser Raphael überragte_ 
Noch hüher sogar stehen die 1525 entstandenen Fresken der 
Katharinenkapelle von S. Domepico zu Siena, wo sich der Meister 
namentlich in der wEkstase der hl. Katharinax zu einer Verklärung 
weiblicher Gestalten erschwingt, welche vielleicht überhaupt un- 
erreicht dasteht. Durch Schünheit der Heiligengestalten zeichnen 
sich auch die Fresken im Stadthause zu Siena ans, die vheiligen 
Vettorius, Ansanus und Bernardus Tolomeia (1529_I534), die 
zAuferstehung Christia (1535) und die nMadonna zwischen den 
hh. Galganus und Ansanusx (1537) darstellend, wenn es auch 
dabei an Ungleichheiten und selbst Flüchtigkeiten keineswegs fehlg 
Diesen bederltsamen Werken steht aber auch eine grosse 
Zahl von Tafelgemälden zur Seite, von Welchen die 1111. Familieg 
von 1517 in der Kapelle des Stadthauses zu Siena, der vheilige 
Omobonusc in S. Prospero zu Reggio erwähnt, die beiderseitig 
bemalte Prozessionsfahne von 1525 aber mit wMadonna und 
Heiligenx auf der einen, dem wMartyriuln des hl. Sebastiana auf 
der andern Seite, jetzt in den Ufüzien, der empfindungsvollen 
wenn auch etwas weichlichen Schünheit des letzteren Heiligen
        

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