Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632559
Einleitung. 
Im früheren Mittelalter war neben der Wandmalerei inv- 
Deutschland die Miniaturkunst die gepfiegteste gewesen, sowie 
sie auch den weitaus grüssten erhaltenen Schatz darbietet. Der 
Hühepunkt der deutschen Miniaturmalerei der romanischen Periode 
scheint in dem 1870 zu Strassburg verbrannten Hortus deliciarum 
der Äbtissin Herrad von Landsberg von ca. 1170 erreicht worden 
zu sein, dessen Bedeutung in der nächstfolgenden Zeit vielleicht 
nur von dem zu Ende des 12. Jahrhunderts entstandenen Psalter 
des Landgrafen Hermann von Thüringen (Bibliothek zu Stuttgart) 
oder von dem Evangeliar aus der Mitte des 13. Jahrhunderts in 
der Bibliothek zu Aschaffenburg erreicht wird. Folgenreicher 
wurden indess die zunehmend in Übung kommenden Feder- 
zeichnungsJllustrationen mit mehr oder Weniger farbiger An- 
tuschung, wie in Werinhers Liet von der Maget (Berlin) und 
Heinrich von Veldekes Eneidt (Berlin) aus dem Ende desl 
12.]ahrhunderts, oder in dem etwas späteren Tristan (München), 
womit sich die Holzschnitlillustration des 15. Jahrhuxlderts vor- 
bereitete. In der eigentlichen Miniaturmalerei aber vermochte 
es die deutsche Kunst des 14. und 15. Jahrhxlnderts der fran- 
züsischen und niederländischen nirgends oder vielleicht nur am, 
Prager Hofe um die Mitte des 14. Iahrhunderts gleichzuthun, 
dessen Miniaturkunst übrigens ganz unter franzüsisch-niederf 
ländischem Einüusse stand. 
Fiir unsere Ziele wichtiger ist jedoch die Tafelmalerei, deren 
Anfänge weniger weit zurückreichen, als die übrigen mittelalter- 
lichen Maltechniken, Denn Hache Deckenwerke, von welchen die 
Vertäfelüngsmalereien der Kirche in Zillis (Graubünden) ein noch 
ziemlich rohes, jene der Michaelskirche zu Hildesheim ein be- 
deutendes Werk aus dem 12. Jahrhundert darbieten, gehüren im 
strengen Wortsinne nicht zur selbständigen Tafelmalerei. Diese 
gewann erst mit der Aufnahme der Superfrontalien (Altaraufsätze) 
statt des lediglich gerätlichen oder architektonisch-plastischen 
Altarschmuckes ihre meiste Färderung, nachdem man mit ge- 
malten Antependien (Vorsatzstücke der Altartische) an der Stelle 
von metallgetriebenen oder gestickten den Anfang gemacht hatte. 
Das gemalte Antependium der Walpurgiskirche zu Soest (Samm- 
lung des Soester Kunstvereins), um 1160 entstanden, gilt in der 
That als das älteste datierbare Werk der Art. Ihnen folgten jedoch 
bald die beiden aus dem Ende des 12. und Anfang des. 
13. Jahrhunderts stammenden Superfrontalien der Wiesenkirche 
zu Soest (jetzt in der Galerie zu Berlin), von welchen ganz. 
besonders das mit drei Gemälden, wChristus vor Kaiphasa,
        

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