Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634110
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Die 
Cinquecento. 
Malerei Italiens im 
heitsgefühl getragen, wusste er auch dessen Äusserungen unter 
überwiegender Anwendung der Ülfarbe mit einem tiefen und 
harmonischen Kolorit zu verbinden, welches nicht den geringsten 
Teil seines Verdienstes bildet. 
Schon sein frühest nachweisbares, 149819 noch vor seinem 
Eintritt ins Kloster geschaffenes Werk, das Fresko des vjüngsten 
Gerichtse in S. Maria Nuova, zeigt wenigstens in den Apostel- 
gestalten, dass selbst ein Raphael von ihm lernen konnte. Noch 
augenfälliger wird dies an der 1504 gemalten vVision des hl. Bern_ 
harde, jetzt in der Akademie zu Florenz, welche derselben Dar- 
stellung von P. Perugino in München an freier und naturgemässer 
Auffassung, wie grossartiger Anordnung entschieden überlegen 
erscheint. ln den folgenden Werken empündet man dann neben 
dem EinHuss Lionardos jenen Raphaels, wie dies an der nhl. Fa- 
miliecc zu Panshanger, in der wMadonna zwischen vier Heiligenq 
in S. Marco zu Florenz und in der vMadonna zwischen Stephanus 
und dem Täufem im Dom zu Lucca u. a. Werken (K1. B. 629 
u. 584) entgegentritt. Dass dann die Aufnahme seines einstigen 
Mitschülers Mariotto Albertinelli als Ateliergenossen an Barto- 
lomeos Kunst wenig änderte, beweisen die gemeinsam signierten 
wMadonnencc in Wien (1510), in der Galerie Borghese und in 
Palazzo Corsini in Rom und die xVerkündigungrc in der Magda, 
lenenkirche zu Genf (15 1 1) wie die wVermählung der hl. Katharinag 
im Louvre (1511) und in Palazzo Pitti (1512). 
Später zeigt er sich Wenigstens äusserlich auch nicht unbe_ 
rührt von Michelangelo, doch empünden Wir an dem wMarkusbildeK 
von 1514 in Palazzo Pitti und an dem vAuferstandenen mit den 
vier Evangelistena von 1516 (K1. B. 373), dass die angestrebfe 
Energie und Formenmächtigkeit dem Meister nicht von Herzen 
kam; mit dem weichen Wesen des Künstlers innerlich nicht übep 
einstimmend, wirkt die Kraftäusserung nicht glaubhaft. Wir ünden 
daher ihn selbst mehr in den übrigen Werken, wie in der lediglich 
untermalten wMadonnae von 1513 in. den Ufüzien, in der  
donna della Misericordizm von 1515 in-der städtischen Galerie 
zu Lucca (K1. B. 3 52), in der nhl. Familiee der Galerie Corsini 
zu Rom und in der xDarstellung im Tempela von 1516 in der 
kaiserlichen Galerie zu Wien, wie insbesondere in einem seine;- 
letzten Werke, der meisterhaften nBeweinung Christia im Palazzo 
Pitti (K1. B. 86).  
Fra Bartolomeo hatte zeitweise zwei Ateliergenossen, welche 
sich so eng an seine Art anschlossen, dass sie nicht immer von 
dem Meister zu unterscheiden sind. Der bedeutendere war del-
        

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