Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634054
x56 
Die 
im 
Italiens 
Malerei 
Cinquecento. 
aber setzte er an die vier Wände. Vorab die sog. zDispufä 
del Sacramentor: (K1. B. 561I2), die grossartige Verherrlichung 
des Kernpunktes christlicher Dogmatik, epochernachend selbst 
unter Raphaels Arbeiten, nach der vo11endet abgewogenen, fast 
architektonisch gegliederten Komposition wie nach Schünheit und 
Bedeutsamkeit der Figuren alles Vorausgegangene bei weitem 
überbietend. Diesem ersten Hauptbilde gegenüber folgte dann 
ohne Unterbrechung die Sog. wSchule von Athem. (K1. B. 56314), 
eine Darstellung der griechischen Philosophie mit Aristoteles und 
Plato in der Mitte, umgeben von anderen Phüosophen des A1ter_ 
tums und einer Schar von Schülern, wobei als Schauplatz im 
Gegensatz zu den himmlischen Sphären des ersten Bildes gin 
streng symmetrisch angeordneter Renaissancepalast gewählt ist, 
we1cher wohl der Zeichnung Bramantes zu danken sein wird_ 
Inzwischen war auch schon das dritte Wandgemälde vorbereitet, 
der vParnasscr (K1. B. 560)  Apollo geigenspielend in defMitte 
der Musen und Dichter des Altertums wie der Zeit vor Raphael 
 welchem endlich als Repräsentation der Gerechtigkeit und 
Staatsleitung die allegorische Gruppe der Klugheit mit der Kraft 
und der Mässigung umgeben von attributtragenden Genien (Kl.B_ 559) 
folgte, zeichnerisch zu dem schänsten gehürend, was Raphael im 
Gebiete der klassischen Allegorie geschaffen hat. Die beiden 
letzteren erreichten der Fensterhühe wegen den Umfang der beiden 
ersteren Wandgemälde nicht. 
Der Saal muss im Sommer 1511 vollendet gewesen sein, 
und sogleich befahl der sehr befriedigte Papst ]u1ius Il. den 
Beginn der Ausmahlng des zweiten Raumes, welcher von seinem 
Hauptgemälde den Namen der Camera de11' Eliodoro führt. Z1, 
nächst jedoch hatte der Künstler das Papstbildnis arlszuführen, 
welches in die Kirche S, Maria della Pace gestiftet, jetzt leidel- 
verschollen und nur in einigen Atelierwiederholungen, wovon die 
beste in den Ufüzien, erhalten ist. Auch einige Madonnen, wie 
die verlorene vhl. Familie von S. Maria. de1 Popoloa, die wMa_ 
donna di Casa d'Albaa in S. Petersburg (K1. B. 92), die wMadonna 
di Casa. Aldobrandinic: in der Nationalgalerie zu London (K1. B, 399), 
die gleichfalls über den Kanal in Privatbesitz (Makintosh) gelangte 
vvkladonna di Casa Orleansa und die wMadonna mit dem Diademx 
im Louvre (K1. B. 143) fallen in diese Zeit. 
War aber schon bisher Raphaels Produktion eine enorme, 
so begann seit der Inangriffnahme der Arbeiten in der Stanza 
de1l' Eliodoro die Überlastung. Die Mitarbeit der Gehilfen, welche 
sich in der Camera della Segnatura wie in den 1etztgenannten
        

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