Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634020
Raphae]. 
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Von 1500 an mehren sich die Studienblätter nach der 
Natur und wird auch die Gemäldearbeit selbständiger. Damals 
entstanden wohl die xMadonna Sollyc: und die zMadonna mit den 
hh. Franciscus und Hieronymuse in Berlin. An grüssere Dimensionen 
wagte sich der junge Künstler wohl zuerst mit dem vCrrlcifrxus 
zwischen zwei Engeln, Maria und Iohannes einerseits, Magdalena 
und Hieronymus anderseitsa, jetzt im Besitze des Lord Dudley 
in England. [hm folgten zwei Bilder für eine Kirchenfahne, die 
wDreifaltigkeita und die raErschaffung Evasx darstellend, jetzt in 
der slädtischen Galerie zu Cittä di Castello. Dann die für 
S. Francesco in Perugia bestellte vKrünung Nlariäa, jetzt mit den 
dazugehärigen Predellen in der Galerie des Vatikan. 
Das letztere Werk war noch nicht beendet, als Raphael 
ein datiertes Bild zur Aufstellung brachte, welches noch mehr 
als die vorgenannten dessen Verhältnis zu Perugino beweist. Es 
ist das für S. Francesco in Cittä di Castello bestimmte, jetzt in der 
Brera zu Nlailand beündliche Gemälde des sog. wSposalizioa 
(Vermählung der Jungfrau Maria mit joseph), bezeichnet ,Raphael 
Urbinas 15o4' (K1. B. 1x6). Nicht bloss das Unterrichtsergebnis 
des Perugino, sondern nach dessen jetzt in Caen befrndlichem 
Original direkt kopiert, somit ohne Zweifel im Auftrag des 
Meisters als Atelierwiederholung entstanden, zeigt es bei aller 
Abhängigkeit doch sowohl in der Formgebung, in der Individualität 
der einzelnen Käpfe, in der Lebendigkeit des Vorganges, und 
namentlich hinsichtlich der Vertiefung des Ausdruckes eine erstaun- 
liche Überlegenheit über das Original. Auf gleicher Hühe stcht 
die aus gleicher Zeit stammende wMadonna Connestabilex in der 
Eremitage zu S. Petersburg. 
Nach längerem in dasselbe Jahr fallenden Aufenthalte in 
Siena, wo Raphael den Genossen Perugirxos, Pinturicchio, bei dessen 
Arbeiten in der Dombibliothek zeichnerisch unterstützte, war ihm 
auch ein Besuch in Florenz zu teil geworden. Seine nächsten 
Bildchen: der wTraum eines Rirterse in der Nationalgalerie zu 
London, das wOpfer Kains und Abelsa bei E. Baseggio in Rom, 
vvS. Michael mit dem Dämona und wS. Georg mit dem Drachenr: 
im Louvre zeigen den starken Einüuss, den die dortige Kunst, 
vor allem die Werke von Masaccio, Ghirlandajo, Lionardo und 
Fra Bartolomeo auf ihn gemacht. Noch mehr die vlvIadonna 
Ansidek in der Nationalgalerie zu London, wie die xMadonna. 
del Duca di Terranuovaa in der Galerie zu Berlin. 
Es dauerte jedoch nur kurze Zeit, dass der junge Perugino- 
schülel" durch diesen Dualismus aus dem Gleichgewicht gebracht
        

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