Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632519
Einleimng. 
fürsten Siciliens im 12. Iahrhundert (Dome zu Monreale und 
Cephalü, Capella Palatina und Martoräna in Palermo, Dome zu 
Messina und Salerno u. s. w.) oder durch jene der Venezianer 
(S. Donato in Murano und Dom von Torcello) oder durch die in 
dekorativer Hinsicht sich auszeichnenden gleichzeitigen Mosaiken 
Roms (S. Francesca Romana, S. Maria in 'l'rastevere, San 
Clemente, S. Paolo fuori), wie endlich durch die aus dem 13.]ahr- 
hundert stammenden Arbeiten des Franziskaners Jacobus und 
des Andrea. Taii (Baptisterium zu Florenz), oder durch die 
besseren zu Ende desselben jahrhunderts entstandenen Mosaiken 
des Jacopo Torriti in Rom (S. Giovanni in Laterano und Santä. 
Maria Maggiore) und endlich des Pietro Cavallini, welcher, in 
seinen späteren Arbeiten schon unter Giottos Einüuss, die Reihe 
der Cosmaten beschloss. Die Verdienste der letzteren waren 
übrigens vorher mehr auf tektonischem, als auf eigentlichem 
Musivgebiete gelegen. 
Immerhin aber hebt sich das italienische Mosaik durch die 
Vorzüge seiner Tradition und Schule noch vorteilhaft ab von der 
gleichzeitigen Wand-, Miniatur- und Tafelmalerei Italiens. Von 
Wandgemälden ist nicht mehr allzuviel übrig, Was trotz_Ver- 
fall oder Restauration noch eine sichere Beurteilung erlatrbte, 
doch lässt sich aus den noch in Desiderius' 111. Zeit fallenden 
Wandgemälden von S. Angelo in Formis bei Capua oder ans 
jenen in der Unterkirche von S. Clemente wie in der Sylvester- 
kapelle von Quattro Coronati in Rom schliessen, dass diese 
Arbeiten in dem Grade besser gelangen, in welchem sie sich an 
musivische Vorbilder anschlossen und je weniger sie aus neuer 
Erfmdung entsprungen waren. Noch geringer, unbeholfener und 
dilettantischer sind die Miniaturen, wie sie die aus dieser ÄZeit 
stannnenden Codices der Bibliotheken della Minerva, di San 
Paolo Ifuori und Barberini in Rom wie des Klosters Monte- 
cassino zeigen. Ebenso ist das Tafelbild bis zur letzten Zeit 
des 13. Jahrhunderts dürftig und abgewelkt, ohne Richtigkeit 
der'Formen, ohne Schänheit und ohne entsprechendes Kolorit. 
Selbst an jenen Orten, wo sich die Pinselthätigkeit bereits 
an bestimmte Namen knüpfte und wo sie der meisten PHege 
genoss, wie in Lucca, Pisa, Siena, Arezzo und Florenz. 
Denn auch Maler, welche sich in ihrer Zeit eines gewissen 
Rufes erfreuten, gelangten in ihren bezeichneten Tafelbildern 
nicht weit über die anonymen Kruzifuv, Madonnen- und Heiligen- 
bilder hinaus, wie sie uns seit dem aus- dem 11. Jahrhundert 
stamnlenden Kolossalcrucifrxus in S. Micchele zu Lucca mehrfach
        

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