Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1633762
Schwaben. 
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I-Iausaltar im Museum zu Käln der Meister der hl. Sippe 
genannt wird. Seine Bilder, unerfreulich durch ihre schwächliche 
zSchattierung und durch das monoton rosige Incarnat sind sehr 
zahlreich, namentlich in den Galerien zu Küln, München und 
Nürnberg (Kreuziguzag Christi K1. B. 499). Sie repräsentieren mit 
-den Arbeiten des Meisters des Bartholomäus dieselbe Erschei- 
nung, wie sie in der Verschnürkelung und Unruhe der gotischen 
Architektur vom Ende des 15. jahrhünderts vorliegt: Das barocke 
Ausleben mittelalterlicher Anschauungen. 
Schwaben. 
Der Zusamlnenhang, in welchem das allemannisch-schwäbische 
Gebiet, der Südrvesten Deutschlands, mit der Kunst des Nieder 
rheins und der Niederlande stand, war im ganzen ein sehr 
lockerer. Nur vereinzelt Hnden wir direkte Beziehungen; zumeist 
geht der Aufschwung des 15. Jahrhunderts bei nur ganz ober- 
üächlicher Kenntnis der Errungenschaften des hüheren Nordens 
aus der allgenreinen Entwicklung der Kunstthätigkeit des 14. Jahr- 
hunderts, welche nürdlich von den Alpen nur an wenigen Orten 
-ein lokales Gepräge zeigt, hervor. Und dabei ünden wir, während 
Üder Tafelmalerei der niederländischen und zum Teil auch kälnischen 
Kunst die Vorausgegangene Miniaturmalerei vorwiegend mass- 
gebend war, in Oberdeutschland die Bildschnitzerei vorbildlich. 
Das oberdeutsche Altarwerk, vorher ausschliesslich lalastisch, 
hatte der Malerei nur sehr allmählich eine sekundäre, erst auf die 
Aussenseite der Flügel und dann auf die Tafeln überhaupt be- 
schränkte Stellung eingerärlmt, und sie zunächst nur als Surrogat 
für die Reliefbildnerei erscheinen lassen. 
Dies konnte um so leichter geschehen, als das polychromierte 
Schnitzwerk besonders an den in Flachrelief Vbehandelten Schrein- 
Hügeln selbst mehr durch den farbigen und Gold-Schlnuck als durch 
die Modellierung wirkte. Wollte man sich nun die Arbeit da- 
-durch erleichtern, dass man gelegentlich das Schnitzmesser fort- 
liess und die Darstellungen lediglich in Farbe wiedergab, so lag 
es nahe, denselben in der Zeichnung das im Relief entwickelte 
plastische Gepräge zu geben. Diese Absicht hat sicher dahin 
mitgewirkt, dass den oberdeutschen Malereien des 15. Jahr- 
hunderts im entschiedensten Gegensatz gegen die Kunst der van 
Eyck und des Meisters Stephan der plastisehe Stil verblieb, 
Dieser aber konnte weniger in einem Anklang an Stein- oderw
        

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