Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1633726
kälnische 
Die 
Schule. 
123" 
Stücken auch dem Anteil gerecht zu werden, welchen Wilhelms. 
Geschäftsnachfolger Wynrich von Wesel daran hatte. 
Das hervorragendste Werk dieser Gruppe ist der ans der 
Klarakirche stammende, jetzt im Chorkapitel des Doms zu Küln 
befmdliche Altar mit wSzenen aus dem Leben Christian Das Natur- 
studium erscheint daran gering, namentlich sind die Extremitäten- 
klein und von überzierlicher Dürftigkeit, auch die Gewandung ist" 
sehr summarisch behandelt. Aber alles atmet Stimmung und. 
Emphndung und zeugt von einer nm so erfolgreicheren Ver- 
senkung in das Seelische, als der Meister über ein nicht geringes 
supranaturalistisches Schünheitsgefühl verfügt. Von ähnlichem 
Reiz ist das "Iriptychon im Külner Museum mit der Halbfngur 
der vMadonnae im Mittelbild und den xhh. Katharina und Barbaraa 
auf den lflügeln. Doch iinden sich hier schon gesteigerte Ab- 
weichungen von den Normalproportionen im Ganzen wie im Detaih 
Die Stirnen werden grüsser, rkugen, Nase und Mund kleiner und. 
namentlich die Hände verschrumpft und vüllig kraftlos. Dasselbe- 
gilt von den vMadonnen mit der Bohnenblütea im Germanischenr 
Museum zu Nürnberg und im Museum zu Küln, wie von dem: 
wVeronil-zabildea der Pinakothel; zu München. Von den Kruzifixv 
darstellungen künnten vielleicht noch die wKreuzigung mit den. 
Stiftergestalten der Kassel und Kleingedancc im Museum zu Darm-- 
stadt (K1. B. 247) und der wCrucifaxus mit Maria und acht Apostelmv 
im Museum zu Küln mit dem Meister des Klarenaltars in Zu- 
sammenhang gebracht werden. 
Es fehlt jedoch auch nicht an einer Anzahl andererWerke, 
welche eine weitere Entwicklung und zwar nicht durchaus zum; 
besseren verraten. Bei gesteigerter Schlankheit, Zierlichkeit und. 
Kraftlosigkeit fmdet sich daran ausser gelegentlichen pathetischen 
Anläufen ein idyllischer Zug, der den Mysticismus mit EinHüssen. 
der von den Miniatoren entwickelten Minneliedillustration ver- 
bindet. Hieher gehären das Rundbild des wMarienkonzertsa in- 
der Pinakothek zu München, das Marienaltärcluen in der Berliner" 
Galerie mit einer rwGesellschaft von Heiligerx um Madonnaa im 
Mittelbild und den shhElisabeth und Agnesa auf den Flügeln, 
u. a. m. Will man jene Gruppe unter dem Namen des Meisters. 
Wilhelm gruppieren, so dürfte sich für diese der Sammelname des 
Meisters Wynrich empfehlen. 
1m Zusammenhang damit stehen die gleichzeitiger Arbeiten 
Westphalens, vorzugsweise von Soest, in welcher Stade wir schon- 
in einer früheren Periode die ältest nachweisbarc. Tafelkunst. 
Deutschlands gefunden haben, und wo uns jetzt ein Meister:
        

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