Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1633710
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Die 
Malerei 
deutsche 
des 
und 
Jnhrhun derts. 
stilverwandte Bild mit den whhl. Ottilia, Barbara, Agatha und 
Walprlrgaa aus Seligenstadt (K1. B. 217), beide jetzt im Museum: 
zu Darmstadt, um 1400 entstanden" sein. Mehr und mehr aber- 
konzentrierte sich die ganze rheinländische Kunst in der Künigin. 
der Rheinstädte, nämlich in Küln. 
Man kann sich keinen grässeren Gegensatz denken, 211g 
die schwere Derbheit des Prager Meister Dietrich gegenüber dey 
zarten Schlankheit und Hüssigen Biegsanlkeit der Gestalten del- 
Külner Malerei. Der gotische Figurentypus, wie er sich vor- 
nehmlich in der Miniaturmalerei seit Ludwig IX. von Frankreich 
aus auch über die Nachbarländer zu verbreiten begonnen, e; 
scheint hier auf die Spitze getrieben, ohne dass jedoch die, 
rheinische Kunst den Eindrrlck der Koketterie, wie er die fran_ 
züsischen Miniaturen des 14.]ahrhunderts kennzeichnet, mit in 
den Kauf nahm, indern die übertriebene Eleganz der Gestalten. 
stets mit unschuld- und empündungsvollem Ausdruck verbunden__ 
blieb. Sie verrät den Einüuss der mystischen Strümung, welche. 
von hervorragenden Kanzelrednern wie den Dominikanern Alberp; 
und Eckhardt, Tauler und Suso, die auf eine zum Herzen 
sprechende, Empfmdung und Phantasie anregende Kunst Wert 
legten, mächtig gefärdert worden war. S0 spielte Küln bis über- 
die Mitte des 15. Jahrhunderts im Norden jene Rolle, welche in 
Italien Siena zugefallen war, während die Kunst der van Eygksy 
Rogier und ihrer Nachfolger vielmehr nahelegt, mit der Kunst 
richtung von Florenz in Parallele gestellt zu werden. 
Wir vermügen jedoch mit den erhaltenen Külner TafeL, 
bildern vorn Ende des 14. Jahrhunderts keinen Meisternamen in 
sichere Verbindung zu bringen. Denn wenn wir auch aus der. 
Limburger Chronik zum Jahre 1380 erfahren, dass damals in Küln 
ein Maler Wilhelm lebte, ,der in der ganzen Christenheit nicht 
seinesgleichen hatte', und wenn es auch wahrscheinlich ist, dass 
dieser mit dem 1358-1378 in Küln urkundlich nachweisbaren 
Wilhelm von Herle (bei Limburg) identisch, so erscheint es, 
doch nicht statthaft, diesem in der üblichen Weise die bCSSCrQu 
unter den erhaltenen kälnischen 'l'afe1bildern jener Zeit bestimmt 
zuzuschreiben. Denn Meister- Wilhelms Thätigkeit wird nnr ilm 
Gebiet der Miniatur- und der Wandmalerei ausdrücklich erwähnt, 
und die dürftigen im Külner Museurn verwahrten Reste von seinen. 
Rathmxsmalereien reichen zur Bestimmung seiner Hand an den. 
Tafelbildern keineswegs aus. Doch ist wenigstens die Müglichkeig; 
eines solchen Zusammentreffens nicht ausgeschlossen. wenn es, 
auch schwer sein wird, bei der Auswahl unter den erhaltenen,
        

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