Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632509
Einleitung. 
Unsere Darstellung beginnt mit dem Ende des 13. Jahr- 
hunderts. Erst um diese Zeit macht sich ein Aufschwung der christ- 
lichen Malerei bemerklich, der mehr als eine zufällige Äusserung 
eines vereinzelten Talentes, mehr als eine gewisse Geschicklichkeit 
einer beschäftigten Schule, und darum mehr als vorübergehender 
Natur war. Man kann sagen, dass im allgemeinen die Malerei 
vom 3. Jahrhundert n. Chr. durch ein Jahrtausend hindurch in 
beständigem Niedergange begriffen, lediglich ein Ausleben des 
amikän Erbes darstellte, welches, wenn zeitweise ein Stillstand in 
diesem Prozesse eintrat, zumeist nur ein Erstarren auf einer ge- 
wissen Stufe war, und sich nur selten mit einem frischen, aber 
im ganzen erfolglosen Belebungsversxlch verband. Die Malerei 
blieb im Mittelalter das Aschenbrüdel unter den Künsten, 
während der Architektur die ansehnlichsten und auch der 
Plastik nicht unbedeutende Erfolge beschieden waren. 
Gerade da, wo wir das früheste Wiedererwachen f1nden, 
waren die vorausgegangenen Zustände am hoffnungslosesten ge- 
weseh, Noch um die Mitte des 13. Jahrhunderts lastete auf der 
Malerei Italie ns der Bann des abgelebtesten Byzantinismus oder 
aber eine Barbarei und Verwilderung, wie sie in Deutschland und 
Frankreich schon von der romanischen Periode an, noch mehr 
aber seit dem Auftreten der Gotik selten war. Längst Zum 
Handwerk geworden, hatte die byzantinische Musivkunst auch 
dadurch keine neuen und lebensfähigen Impulse gewonnen, dass 
Abt Desiderius III. von Montecassino, der erste nennenswerte 
Mäcen Italiens, um 1070 die byzantinischen Techniken wieder 
auffrischte und sich für seine Unternehmungen im Stammkloster 
selbst wie in dessen Sprengel einiger in Konstantinopel arbeitender 
oder geschulter Italiener und vielleicht auch Griechen bediente. 
Ebensowenig gelang dies durch die Thätigkeit der Normannen- 
Reber, Geschichte. 1
        

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