Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1633620
Die 
holländische 
Schule. 
x13 
Haarlem befand. Den frühesten Künstlernamen Albert van 
Ouwater kannte man bisher nur durch C. van Mander, der von 
diesem Maler ein grosses jetzt verschollenes Altarwerk in der Haupt- 
kirche zu Haarlem und ein Bild- der wAuferweckung des Lazarusa 
rühmt. Seit das letztere durch Bode wieder aufgefunden und der 
Berliner Galerie zugeführt wurde, ist die Vermutung Wesentlich 
bestärkt worden, dass Albert wiihrend des Aufenthaltes Jan van 
Eycks im Haag gelernt habe. Das zweijährige Verweilen Jans 
daselbst von 1422 bis 1424 konnte hiezu ausgereicht haben, 
auch wenn Albert ausser stande wär, seinem Meister bei dessen 
Verzug nach Lille zu folgen. Jedenfalls konnte Albert von 
Ouwater von Jan van Eyck den ihm selbst eigenen Vorzug nicht 
entlehnen, welchen C. van Mander und, wenn Alberto da Or- 
lando mit Albert van Ouwater identisch ist, auch der Anonymus 
des Morelli nach dessen einst bei Cardinal Domenico Grimani in 
Venedig befindlichen Bildern hervorhebt, nämlich die trefHiche 
Wiedergabe der Landschaft. Dus einzige erhaltene Werk kann 
dies als Interieur-Bild freilich nichti bestätigen. 
Es scheint in der That, dass die Landschaft von vornherein 
als die Domine der Holländer zu betrachten ist, denn was wir 
bei Albert van Ouwater als Vorzug nur rühmen hüren, finden wir 
bei seinen Nachfolgern durch eigenen Augenschein. Zunächst 
bei Gerrit van Haarleln, genannt Geertg en tot S. Jans, einem 
frühverstorbenen Schüler Alberts. Von seinem Kreuzaltar der 
Johanniterkirche zu Haarlem haben sich zwei Iflügelstücke in der 
kaiserlichen Galerie zu Wien erhalten: Die wBeweinung des Leich- 
nams Christie und Darstellungen nus der wJohanneslegendex, 
die Bestattung des Täufers, die Verbrennung seiner Gebeine durch 
Julian den Apostaten und die Übertragung seiner Überreste nach 
Akkori, in einer Landschaft verbunden, wiedergebend. Daran reiht 
sich die wAllegorie des Sühnopfersa in der Galerie zu Amsterdam und 
der Flügelaltar i1n Rudolphinum zu Prag, mit der sAnbetung der 
Künigez (KLB. 386) im Mittelbilde und den xbeiden Stiftern mit ihren 
Patronen Julian und Adriancr und der rückseitig in Grisaille 
gemalten xVerkündigungx auf den Flügeln. An all diesen 
Bildern erscheinen die hageren Figuren unbeholfen in der Form- 
gebung und hülzern in der Bewegung, die Landschaft dagegen 
durch unmittelbare Naturbeobachtung und tonige Stimmung von 
grossem Reiz. 
Zweifellos aus derselben Schule wie Geertgen ist Dierik 
Bouts entsprungen. Durch seine ältere Bezeichnung Dirck van 
Haarlem seiner Herkunft nach gesichert, ischeint er frühzeitig nach 
Reber, Geschichte. S
        

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