Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1633461
Vicenza, 
und 
Verona 
M ailand. 
97 
Zeit, oder Giovanni Francesco Caroto, welcher nach längerem 
Aufenthalt in Mantegnas Atelier den Meister eine Zeit lang 
täuschend imitierte, bis er durch mannigfach wechselnden An- 
schluss an die verschiedenartigsten Cinquecentisten, sich unter die 
Meister der folgenden Epoche reihte, unter welchen wir ihn wieder- 
fmden werden. 
Mantegnesk waren auch die Hauptelemente, welche die 
Iombardische Malerei um die Mitte des 15. Jahrhunderts über 
dürftige und archaistische Lokalkunst erhoben und ihr bis zum 
Erscheinen Lionardos den Charakter gaben. Der hervorragendste 
ältere Repräsentant dieser Gruppe war Vincenzo Foppa aus 
Foppa bei Pavia. Zuniichst in Brescia. ansässig, erweist er sich in 
seinen früheren Arbeiten, dem xHieronymusx und der wKreuzigungx 
von 14 56 in der städtischen Galerie zu Bergamo als Squarcionisten, 
derb realistisch und in der Gewandung brüchig, perspektivisch 
geschult und für klassische Architektur eingenommen, wie Man-- 
tegna, Seine Hauptwerke sind die Fresken in S. Eustorgio in 
Mailand. Wie das Altarwerk von 1490 in S. Maria di Castello zu 
Savona zeigt, mildert sich seine Härte erst gegen das Ende seines 
Lebens einigermassen. Er starb als Stadtmaler zu Brescia 1492. 
In seiner Welse arbeitete zunächst auch Bartolomeo Suardi, 
seit seinem Anschluss an Bramante Bramantino genannt, wusste 
sich jedoch nach seiner Übersiedelung nach Rom manches von 
Signorelli und den im Vatikan arbeitenden Künstlern anzueignen, 
freilich ohne dadurch seine ursprüngliche Härte überwinden zu 
künnen. Zuletzt überwiegend Architekt, starb er erst nach 152g. 
Von dessen Zeitgenossen blieb Bernardino Iacobi, genannt 
Buttinone, bis an seinen Tod (1507) bei seiner mantegnesk- 
crivellischen Weise, während sein ihm engverbundener Treviglienser 
Landsmann Bernardino Martini, genannt Zenale, sich 
schliesslich dem Lionardo in dem Masse näherte, dass die Unter- 
scheidung schwer wird, wie in der xMadonna Littaa in der Eremitage 
zu Petersburg (K1. B. 37) und in der bezeichneten xDornenkränunga 
der Casa Borromeo in Mailand. Er starb am 1o_Februar 1526. 
Mehr gesicherte Werke hat Ambrogio di Stefano 
da Fossano, genannt Borgognone, aufzuweisen. Wahrschein- 
lich von Foppa und dann von Zenale gebildet, entfaltete er seine 
Kunst vorzugsweise in der Certosa von Pavia, deren Fresken in 
der Apsis und anderwärts, wie auch die Altarstücke der wKreuzi- 
gungx von 1490, des wAmbrosiusx, des wAugustinusrc und des xSyrusa, 
sämtlich mit mehreren anderen Heiligen, zu den besten Leist- 
ungen der vorlionardischen Mailänder Kunst zählen. Die padua- 
Reber, Geschichtc. 7
        

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