Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Ursprung und die Bedeutung der Doppelchöre
Person:
Holtzinger, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620096
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620341
VOII! 
Dopp elch öre 
achten 
elfte Jahrhundert. 
bis ins 
eine "fulgentissima ecclesia, omnibus illius temporis ecclesiis praestantissima", 
dem Salvator und dem heil. Richarius geweiht. In ihrer Beschreibung nennt 
Hariulf "ab oriente ingentem turrem post cancellum, et interposito vestibulo 
aliam turrem versus occidentem priori aequalem. llla autem, quae ad orientem 
vergit, prope locum sita est, quo S. Richarius sepulturam habuit. Sepultura 
autem ipsa ita posita est, ut a parte pedum ipsius sancti altare sit in loco 
editiori, et a parte capitis S. Petri apostoli ara persistat. Turris ergo orientalis 
cum cancello et butico S. Richario dicata est, et turris occidentalis in honore 
S. Salvatoris specialiter est dicata, ubi etiam in gyro deintus hos versiculos 
scribere fecit memorabilis Angilbertus etc." 
Der Grundplan der Kirche, den wir hiernach reconstruiren, wird mit den 
Andeutungen, die Graf gegeben, nicht überall harmoniren. 
Der Östliche Theil der Kirche besteht aus der turris orientalis, d. h. dem 
Vierungsthurme (A) nebst den beiden Kreuzesarmen (B und C), sowie dem 
buticum, dem Chorhatlpt  welches, entsprechend dem Westabschluss der 
Kirche, bei dem der gyrus erwähnt wird, wohl in einer Apsis endete. Nach 
Westen schliesst sich das dreischiffige Langhaus  mit der turris occidentalis 
(G) und der Westapsis, gyrus (H) an. Etwas ostwärts von der turris occiden- 
talis stand im Mittelschiff der Altar des Johannes (n) "secus jantias." Diese 
Eingänge verlegt Graf in die westliche Schmalseite (i und k). Aber ebensowohl 
können wir sie an den Langseiten annehmen (l und m), denn da die Kirche 
den nördlichen Abschluss der ganzen Klosteranlage bildete, befand sich für die 
Insassen desselben jedenfalls ein Eingang zur Kirche in deren Südseite, eine 
Einrichtung, die die Benedictinerklöster selbst im Orient festhielten,  obwohl 
die dortigen Klosteranlagen sonst eine inmitten derselben frei stehende Kirche 
zeigen. Eine entsprechende Thür im nördlichen Seitenschiff (l) diente dann 
den Laien ausserhalb des Klosters als Eingang. Neben diesen Thüren können 
auch die in der westlichen Schmalseite bestanden haben, wie wir eine ähnliche 
Anordnung in St. Gallen finden werden. Fünf Altäre sind in der Längenachse 
der Kirche aufgestellt. In der turris occidentalis stand der Altar des Salvator  
vor welchem eine Abteilung der Sänger ihren Platz hatte, den wir uns wohl 
durch Schranken abgegrenzt zu denken haben. Oestlich davon stand der Altar 
des johannes (n) „secus januas", im westlichen Teile des Mittelschiffes. Dann 
folgt der Platz für den zweiten Sängerchor, und auf diesen, im Osttheile des 
Mittelschiffes vor den Schranken des Sanctuariums, der Altar des heil. Kreuzes 
 Hinter ihm begann das Presbyterium selbst. In diesem stand in der 
Vierung der dritte Sängerchor. Diese Vierung war prope locum sita, quo 
I) Als Beispiel verweisen wir auf die Kirche des ehemaligen Benedictinerklosters Daphni 
an der heiligen Strasse zwischen Athen und Eleusis, im dreizehnten Jahrhundert die Grab- 
kirche der Herzöge de la Roche von Athen.
        

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