Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Ursprung und die Bedeutung der Doppelchöre
Person:
Holtzinger, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620096
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620311
Doppelchöre 
der 
ältesten 
Zeit 
in 
Afrika. 
Bei einer chronologisch geordneten Betrachtung müssen wir zunächst 
einige der ältesten christlichen Denkmäler Afrikas berühren, obwohl dieselben, 
als ausserhalb der Entwickelung der abendländischen kirchlichen Baukunst 
stehend, keinerlei Einfluss auf die später zu behandelnden Monumente Deustch- 
lands und seiner Nachbarländer geübt haben. 
Voran steht ein Denkmal, das uns heute nicht mehr als die Thatsache 
einer doppelten Apsis bietet, deren Erklärung wohl schwerlich jemals wird 
gefunden werden, die Basilika zu Erment (Hernionthis) in Aegypten. 1) Das 
ACUSSCTC Zeigt, wie bei anderen ägyptischen Kirchen- und Klosterbauten, eine 
geradlinige Mauermasse; die Tribuna springt, wie bei der Basilika zu Deyr- 
Abu-Faneh, zu Philae und Ibrihim, in das fünfschiffige Innere vor, 2) und eine 
gleiche eingebaute Nische sehen wir gegenüber an der westlichen Schmalseite. 
 Dieser Einbau einer zweiten Apsis wiederholt sich zunächst nach dem 
Jahre 475 3-11 der Basilika des Reparatus zu Orleansville (dem alten Castellum 
Tingitanum) in Algier. 3) Die Gründung der Kirche fällt, wie eine Inschrift 
l) Description de YEgypte; Architecture, Tom. I, pl. 97, Hg. 5- 7. 
2) Grundriss von Deyr-Abu-Fäneh bei Kugler, Geschichte der Baukunst, Bd, I, S, 376, 
Ibrihim bei Gau, Neuentdeekte Denkmäler von Nubien, Tafel 53.  Beispiele einer nach innen 
eingebaute" APSiS finden sich ausser in Afrika auch im Orient, z. B. an der Basilika zu Roueieh 
(s. Voguä, Syrie Centrale, tab. 68) u. a. vgl. Schnaase, Geschichte der bild. Künste, 2. Anti. 
Bd. III, S. 45. A, 2. Mothes, Die Basilikenform, S. 29 ff- 
3) Vgl. Prevost in der Revue archeologiqtle, Tom. IV, p 659 ff. u. p. 800. Grundriss 
bei Kugler, a. a. O. S. 372 vgl, Schnaase, a, a. O. S. 37, A. u. S. 127 f. Die Basilika ist 
neuerdings, wie ich 1880 aus dem Munde eines Reisenden vernahm, verschüttet und darüber 
ein baumbepflanzter Marktplatz angelegt.
        

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