Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1625091
XXXV 
F ortuny 
Tbealer] 
Ohnmacht geitllen. wErk liest, die Dame mit dem rechten Arme 
haltend, aus einem grossen Manuscript die Verse seiner Rolle. Mit 
Kennermiene lauschen die Herren und tauschen Bemerkungen aus; 
Einer schliesst die Augen, um recht aufmerksam zu hören. Die 
ganze Malerei ist raketenhaft sprühend, prickelnd und schillernd wie 
ein Pfauenschvtianz. Fortuny zerlegt die Sonnenstrahlen in unend- 
liche, dem Auge kaum fassbare Nuancen und bringt ihr blitzendes 
Flimmern mit staunenswerther Delicatesse zum Ausdruck. Henri 
Regnault, der ihn damals in Rom besuchte, schrieb an einen Pariser 
Freund: xDer gestrige Tag bei Fortuny liegt mir noch in den 
Gliedern. Ist das ein Staatskerl! Er malt euch die wunderbarsten 
Dinge und ist unser Aller Meister. Könnte ich dir die zwei oder 
drei Bilder zeigen, die er unter der Hand hat. Oder seine Aquarelle 
und Radirungen. Sie iiössen mir einen Wahren Ekel vor den meinigen 
ein. Ach, Fortuny, du bringst mich um den Schlafe. 
Auch als Radirer sah er seinem grossen Vorläufer Goya alle 
technischen Finessen und prickelnden Pikanterien" ab. Nur mit ganz 
leichten genialen Strichen sind die Umrisse der Figuren gezeichnet, 
dann kommt wie bei Goya die Aquatintzt, die Farbe, die den Hinter- 
grund bedeckt und die Localitiit, die Tiefe, das Licht gibt. Ein paar 
Nadelritze, ein schwarzer Fleck, ein Licht, durch ein geistreich aus- 
gespartes Stück Weiss erzielt  das genügt ihm, seinen Figuren 
Leben und Charakter zu geben, sie aus der schwarzen Tiefe des
        

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