Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1625020
XXXIV. 
FRAN 1a R1 
bei dieser Gelegenheit den ersten Einblick in diese capriciöse, ge 
heimnissxiolle, auf Contrasten aufgebaute Welt, die seitdem seine Do- 
mäne ward. NVas der Verfasser der wPCtiICS Cardinala in Werten 
ausgesprochen, das erzählte Renouard mit dem Bleistift. All diese 
Tänzerinnen bei ihren Proben sind exakt gezeichnet, aber die Eleganz 
ihres Liichelns, ihrer Finger. ihrer seidenen Strümpfe. ihrer graziösen 
Bewegungen hat fast etwas, das. über die Natur hinausgeht. Renouard 
ist ein Realist mit sehr viel Geschmack. Die Uebtmgen der jungen 
Mädchen, wenn sie auf den Fusspitzen stehen. tanzen, sich verbeugen, 
dem IJulwlikum Kusshiinde zuwerfen, sind in wenigen Strichen sicher 
und breit gegeben. Die Oper ist für ihn ein Universum in nuce, 
ein Resume von Paris, wo er alle Bizarrerien, alle Ausgelassenheit 
und alles Traurige des modernen Lebens findet. 
_ Zum Schluss sei Daniel Viwgv genannt. den eine grausame 
Krankheit vorzeitig seiner Kunst entriss, noch bevor er sein Meister- 
werk, die Ausgabe des Don Pablo de Segovia hatte vollenden können. 
Auch er  von Geburt Spanier  eigentlich hiess er Daniel Vierge 
Urrabieta  war ein keckes, nervöses, delicates 'I'alent, dessen Illu- 
strationen in den Pariser journalen ungemein pariserisch, geistreich, 
fein und pikant sind. Ohne wie Dore einen viStilk anzustreben. 
drückte er Alles mit einer Kühnheit und Natürlichkeit aus. der jede 
Trockenheit meilenfern liegt. Im ritterlichen 18. Jahrhundert, der 
Epoche der seidenen Schuhe, des Puders und der brüsseler Spitzen, 
bewegte er sich am liebsten. Einzelne Blätter lassen fast an Goya 
oder an die prickelnde Verve Fortunys denken.
        

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