Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1631032
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DEUTSCHLAND 
in mysteriösen Tänzen 
bewegen. 
Antike Märchen 
waren die nächsten 
Werke, die auf den 
Handschuh folgten, 
und über seinen Dar- 
stellungen zu Amor 
und Psyche ruht eine 
heiter neckische Le- 
bensfreude in wahrhaft 
antikem Sinn, eine 
jonische Anmuth, edle 
Einfalt und stille 
Grösse, wie sie kein 
Zweiter des Jahrhun- 
derts erreichte. Schon 
lange bevor er den 
römischen Boden be- 
treten, träumte er in 
seinen wRettungen ovi! 
discher Opfem class- 
ischc Landschaften, 
gross und reich in den 
Formen, einfach und vorweltlich in der Stimmung. Urgermzinisch 
frisch brachte er in seiner Folge zum Simplicissimtis den Reiz des 
deutschen Waldes mit seinem geheimnissvollen Dunkel, seinen öden 
Schluchten und lieblichen Fernblicken zum Ausdruck. 
Mit dem Opus III wEva und die Zukunfta lenkte er wieder in den 
Weg ein, der ihn zur Gegenwart zurückführte. Eva steht vor dem 
verhiingnissxiollen Baum, und der aufgesperrte Rachen der Schlange, die 
zu ihr herabblickt, ist ein Spiegel. Die Erkenntniss ihrer Schönheit 
wvird ihr zum Verderben. Auf die Zehen erhoben, in Verzückung, 
sieht sie den eigenen Reiz. Der Würfel fällt. Vor dem Felsenthor des 
Paradieses hockt, auf die Vordertatzen gestützt, in gravitätischei" Ruhe 
ein Riesentiger. Unerklinunbar schroffe Felswände umschliessen den 
Garten Eden, der nun ewig für die Menschheit verloren. Der Sünde 
Sold ist der Tod, und mit dämonischer Lust stampft auf dem Schluss- 
blatt der wTOLl als Pfilastererw eine Schädelpyrznnide zusammen.-
        

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