Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1631015
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DEUTSCHLAND 
Klinger 
Märchenbiltl von homerischer Naivetiit geschaffen. In seiner ßKfCUZlfI- 
ung Christi x lebte etwas von dem ruhigen Ernst italienischer Fresken. 
Seine wPietila mit den pathetisch "verzerrten Gesichtern hätte von Carlo 
Crivelli herrühren können, ohne die gross gedachte, paradiesische 
Landschaft, die ihre Zugehörigkeit zum 19. Jahrhundert verrieth. Und 
mit dem Bild jener Nixen, die, von einer räthselhaften Lichtquelle 
magisch beleuchtet, auf einsamer Mcercsklippe träumten, hatte er nach 
langen Experimenten auch als Farbenkünstler sich die Rittersporen 
erworben. 
Doch sein eigentliches Gebiet blieb die Radirung. Hier spricht 
nicht der immer noch suchende Techniker, sondern der Meister. Ein 
grübelndes, iinderisches Talent, hat er durch Mischung mit Aqutatinta- 
maniei" und reinem Stich die Radirting zu so erstaunlicher Höhe der 
Ausdrucksfähiglteit entwickelt, dass einige Blätter seines oeuvre schon 
technisch dem Bestande des Besten sich einreihen, was die Kunst- 
geschichte tiberhatipt hinterliess. Spätere Zeiten werden wohl von 
seinem Auftreten eine neue Epoche der Grillellttlnst datiren. Wie 
früher Staufer-Bern durch ihn seine nachhaltigsten Anregungen erhielt, 
so hat heute Otto Greiner, eines der kräftigsten und entwicklungs- 
fähigsten Talente Münchens, von Klinger angezogen und mit bewun-
        

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