Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1630941
DEUTSCHLAND 
647 
weise hat Hofmann 
noch nicht gefunden. 
Seine Werke wirken 
wie ein Aufzug aller 
Gedanken der Ge- 
genwart, ein blutiges 
Schlachtfeld zwi- 
schen Boecklin, Puvis 
de ClmxiannegWliist- 
ler, den Schotten, und 
er wird voraussicht- 
lich noch lange brau- 
chen, bis aus dieser 
Mischung von Stilen 
sein Stil ersteht. 
Aber die Farben- 
accorde, die er an- 
schlägt, sind doch oft 
von einschmeicheln- 
Sluclz 
Lucifez- 
dem Wohlklang; in der Auffassung, namentlich der Landschaften, 
liegt zuweilen eine Grösse und Poesie, wie sie nur Bevorzugten 
gegeben; in seinen Entwürfen zu Lackarbeiten und dergleichen kommt 
ein sicheres Gefühl für decorative Wirkung zum Ausdruck. 
[zzlizrs Exfcr erhielt durch Besnard die fruchtbarsten Anreg- 
ungen. Gleich sein erstes Bild, ein Kinderspielplatz 1890, war eine 
interessante Studie im Sinne des französischen Luminismtis. Kokett 
und pikant standen die hellen Farben der Kleider zwischen dem 
Sonnenlicht und dem Schatten der Allee; reizvoll und duftig lösten 
die zarten Gestalten der spielend timherspringentlen Mädchen aus 
dem weichen Farbspiel des Hintcrgrundes sich los. Später stellte er 
immer muthiger sich die Aufgaben. Seine Welle war ein märchen- 
haftes Dämmerungsbild. Im blauen Duft herannahenden Abends hebt 
sich aus violett Himmerndem YVogengemisch ein schönes Meerweib 
empor; nicht weit davon, schattenhzift, entsteigt ein anderer Frauen- 
leib den Fluthen. Glitzernde Perlen gleiten an ihrem Haare herab; 
magische Farben liegen über der See. Das vverlorene Paradiese war 
eine Symphonie in Gelb. Zwei nackte Gestalten kauern auf der Erde 
und lassen sich timkosen vom weichen Sonnenlicht. Auf einem 
andern Bilde lagen nackte Knaben am Strand. Heisse Meerluft um-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.