Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1630939
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DEUTSCHLAND 
!  wie zu Novalis Zeiten in der Welt 
der blauen Blume, wo Sonne, 
 Mond und Sterne den Dingen eine 
  über das Irdische hinausgehende 
 I" Etrbenreiche und duftende, freilich 
  darum auch verganglichere Schön- 
  heit leihen. Die andern, mehr hel- 
      lenisch formenstreng, haben einen 
     .  Hang zum Stilisiren, zu primitiver 
       classischer Einfachheit. Die dritten 
      dankcnhatften, allegorischen Erhnd- 
       ungen. Nur die eigentliche Deca- 
      dencestinimting, die epidemie de 
    languetir, wie Andre MlC-lltlr  
t nannte, hat  vielleicht e1n Lei. 
   chen der gesunden Urkraft deut- 
schenVolksthums  vorläufig noch 
Fra"? 5mm keinen Interpreten. 
Ludwig von Hofmauu schwelgt 
in coloristischen Reizen, stellt rothe Biiume, blaue Felder und grüne 
Himmel zu geschickten Farbenmentis zusammen. Auf dem fernen 
Meere lagern etwa tiefblaue Wolken. Die NCbClSClJlCiGI darüber sind 
von rothen und- grünen Sonnenstreifen durchkreuzt, Thauperlen 
blitzen, und drei Backfische in hellen griechischen Elorgewändern, 
mit langem, orangegelbem Haar laufen, Arm in Arm geschlungen, 
lachend in die reinen Fluthen der See. Ein anderes seiner Bilder 
war eine Symphonie in rosaroth. An einem Baume hängen schwere 
gelbe Rosen, Blumenwälder unikränzen einen grossen See, glüh- 
endes Purpurroth füllt die Wasser. Schwäne gleiten durch die 
Schilfgewächse, schwarze Glockenblumen wiegen sich am Ufer und 
eine einsame Frauengestalt blickt sinnend in die flüsternden Wogen. 
Ein drittes zeigt ein blaugrünes Dickicht, in dem tiefblaue Gift- 
blumen wuchern. Adam schläft und Eva lauscht neugierig den zisch- 
enden Worten der Schlange. Oder zwischen Blumensträuchen und 
hohen Palmen, deren grüne, fächerartige Blätter im gelben Himmels- 
licht schwanken, liegt still ein schattiger Weiher, aus dem der knaben- 
haft feine Daphnis, bis an die Hüften im Wasser stehend, schwermüthig 
zu seiner blondlockigen Chloe aufblickt. Seine endgültige Ausdrucks-
        

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