Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1630825
DEUTSCHLAND 
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Lasset 
Kindlein 
konmzen. 
vorhanden. Dagegen war sein Auftreten für die religiöse Malerei des 
I9. Jahrhunderts wichtig. Indem er an die Stelle der athletischen 
schönen Männer, die bisher als Apostel und Fischer vorgeführt wurden, 
eckige altnürnbergische und altflandrische Gestalten setzte, gewöhnte 
er das Auge daran, zu bemerken, dass es neben der edlen Linie und 
aristokratischen Pose noch etwas Wahreres gebe. Realistische Kraft 
trat an die Stelle idealer Verschwonnnenheit. Denn sind die Costüine 
auch dem Kleiderschrank des 15. Jahrhunderts entnommen, so sind 
die Köpfe doch in der Mehrzahl nach der Natur studirt. In der rauhen, 
harten Bevölkerung seiner esthnischen Heimath fand er einen Men- 
schenschlag, wie ihn Roger van der Weyden nicht knorriger hätte 
wünschen können. Seine Apostel haben trotz ihres Gewandes etWas 
von modernen Arbeitern, sie posiren nicht, sind mit sich nur 
beschäftigt. Seine antiquarische, alterthtinielnd asketische Richtung 
ist nicht vollblütigei" nur, auch geistig vornehmer als die der Früheren, 
da er zuerst wieder den Nachdruck auf den seelischen Vorgang, den 
Idealismus des Gedankens legte. 
Gebhardt bildet in diesem Sinne die Brücke von der Vergangen- 
heit zur Gegenwart. Nachdem unter den Händen der Realisten an 
die Stelle der Historienmalerei das moderne Zeitgemälde, an den Platz
        

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