Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1630759
DEUTSCHLAND 
Thema. 
Taunuslanzlsclaafl. 
Auch seine Werke vertragen keine Kritik Linie für Linie. Sie 
sind voll Ungleichheiten, Verzeichnungen und Schwachen. Man 
könnte jedes wegen technischer Mängel bekritteln. Doch man möchte 
sie deshalb nicht anders wünschen; man hätte Furcht, ihnen ginge 
der Stempel der Persönlichkeit verloren. S0 wie sie sind, haben 
sie in ihrer sonderbaren Verträumtheit etwas so tief Deutsches, dass 
sie Friedrich Schlegels Definition in Erinnerung bringen: der deutsche 
Künstler habe entweder gar keinen Charakter oder er müsse den der 
altdeutschen Meister haben, treuherzig, spiessbürgerlich und ein wenig 
ungeschickt.  
Ist Boecklin von Vergangenheit und Gegenwart gleich unab- 
hängig, Marees Heimath das italienische Quatttrocento, so wurzelt 
Thoma im altdeutschen Holzschnitt. An Stelle der ideenreichen 
Phantastik des Meisters von Zürich, der mit weitgeöfiheten classischen 
Seethieraugen wie die hellenische Sphinx in's Leben starrt, ist bei 
T homa etwas bäuerlich Kleinbürgerliches, naiv Kindliches getreten, 
das direct an die Meister der Dürerzeit, besonders an Altdorfer 
streift. Duftige Märchenpoesie und frischer Ozongeruch, das Rauschen
        

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