Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624940
XXXIV 
FRANKREICH 
gleichsam den Werk- 
tagscharakter der Per- 
sönlichkeit zu treliren, 
Wie sie unwillkürlich 
ist, wenn sie sich un- 
beobachtet glaubt und 
vorn Posiren erholt. An 
die Stelle des pompösen 
Arrangements der Stoff- 
maler trat eine Seele, 
ein Temperament, in- 
terpretirt durch eine 
Intelligenz. Zugleich 
machte sich  ent- 
sprechend dem allge- 
meinen Princip der Ma- 
lerei, den Menschen und 
die Natur als ein un- 
trennbares Ganze zu 
fassen  auch in der 
Porträtmalerei das Be- 
streben geltend, die Personen nicht mehr vor einem willkürlichen 
Hintergrund, sondern in ihrer wirklichen Umgebung: den Gelehrten 
in seinem Laboratorium, den Maler in seinem Atelier, den Schrift- 
steller an seinem Arbeitstisch zu malen und die atmosphärischen Ein- 
Flüsse dieses Milieus genau zu beobachten. 
Der reisige Werkmeister dieses schlichten, rechtschail-enexi Porträt- 
llzlttlfälllSlnllS war besonders FanlinvLtziozzr, der aus seinen letzten 
Sachen, die etwas Gemauertes, Starres, Düsteres, Professorenhaftes 
hatten, nicht allein beurtheilt werden darf. In seinen jüngern Jahren 
war er ein kräftiger, gediegener Künstler, einer der gesundesten und 
einfachsten, die Frankreich besass. Seine Bilder waren dunkel im 
Ton, harmonisch, von puritanischem Reiz. Namentlich das Porträt 
Manets und das Doppelbildniss des Kupferstechers Edwin Edwards 
und seiner Frau werden stets historischen Werth behalten. 
Später, als die ganze Strömung der Kunst sich von den niederen 
Ständen abwandte und wieder mehr der vornehmen Welt zustrebte, 
trat auch in der Porträtmatlerei eine neue Richtung auf das Exquisite 
und Ueberfeine, eine Vorliebe für Symphonische Farbenarrangements
        

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