Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1630418
S94 
XLIX. 
FRANKREICH 
eine schwarze Welt 
durchkreuzen. P06- 
sche Angstgefühle 
nehmen Körper an, 
Gespenster wandeln 
am hellen Tage um- 
her, und die seegrün- 
en Augen blutender 
Medusenhäupter 
leuchten hypnotisir- 
end durch nächt- 
liches Dunkel. Carlos 
Schwabe zeichnete 
mit der liebenswürd- 
igen Naivetät Hans 
Memlincs die Illustrationen zu Catulle Mendeä wEvzingile de Tlinfanccq 
und hatte auf der Rosenkreuzerausstellung 1892 ein zart archaistisches 
Bild wFeierabenda von einer Innigkeit, die an Fra Angelico streifte: 
dem Glockenthurm eines Kirchleins entHattertcn Engel in wallenden 
Gewändern und schwebten friedreich, ruheverktindend über ein schlaf- 
endes Dorf 
Das benachbarte Belgien hat sich an dieser neuen Strömung vor- 
läufig mit zwei hervorragenden Meistern betheiligt. wSiC haben den 
Himmel der Kunst mit einem Strahl aus dem Todtenreich ausgestattet. 
Sie haben einen neuen Schauer geschaffene schrieb Victor Hugo an 
Baudelaire, als dessen Fleurs du Mal erschienen, und diese mote 
macabrea kain in der bildenden Kunst durch Felicien Raps zum Aus- 
druck. Es ist gewagt, in einem deutschen Buche von ihm zu sprechen, 
denn seine Arbeiten gehören nicht zu denen, die man in den Kupfer- 
stichcabineten unter Glas ausstellt. Sie werden dort in der Abtheilung 
vSecretaa katalogisirt, wie die berühmten wfreienk Werke Giulio 
Romanos, Marc Antons und Annibatlc Carraccis, wie Einiges von 
Frztgonzird, Boucher und Baudouin, wie Manches von Roxxtlandson 
und die Mehrzahl der japanischen Bilderbücher. Aber auch der 
Hermaphrodit des Vatikan und das Syinplegnla der Florentiner Tribuna 
sind indecent und doch nicht aus der Geschichte der griechischen 
Kunst zu streichen.  
Raps ist 
vielleicht der 
einer der grössten 
grösste Radirer der 
"oder  von Klinger abgesehen  
Gegenwart. Er zählt heute 50 Jahrs:
        

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