Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1630407
XLIX. 
FRANKREICH 
S93 
Das sind etwa heute    ' .4   
in Frankreich die reprä- ,  41'        i. 
sentirenden Geister, die    i j   
Centren von denen die       I-   i! l' 
andern als Strahlenaus- f,    l-j     
gehen. Alfred Agaclze  n, F   A,  v,  l 
         
Geschick einer allegor-  " " t 
isch-stilisircnden Richt- Q) 7  7 f    5' 1' 
ung im Sinne Barr0c- Q   4'       
hat, von den Praerafa-       
eliten angeregt, für  r 7     
seine allegorischen  7     _ i.   A; 
ticelli sein Vorbild ge- _           
funden und istin seinen   „ß ("Z     " 
zarten Damenbildnis-   "t       
sen ein Farbenneura- i: f   V     
sthenikeralaWhistler.  i j    Ü"  F  7   
Maurice Denis, der in       
einem duftig archaisir- Bemflrd: D" Abmi 
enden Stil die Illustra- 
tionen für Verlaines Sagesse zeichnete, liebt als Maler den berauschenden 
Duft des Weihrauchs, die schleifenden Schritte und ruhig langsamen 
Bewegungen der Klosterfrauen, Menschen, die betend vor dem Altar 
knieen, und Priester, die vor der goldenen Statue der Jungfrau sich be- 
kreuzen. Der in Paris lebende Spanier Gandara bekundet in nebel- 
grauen, verschwimmenden Bildnissen, über denen wie ein leichter 
Hauch die Farbe schwebt, ein grosses, an Carriere oder Whistler ge- 
mahnendes Talent. Der geistreiche Pointillist Henri Martin scheint vor- 
läufig mit seinem sKain und Abel c culminirt zu-haben, einer der kraft- 
vollsten Schöpfungen des jungen Frankreich. Louis Picard ist literarisch 
angehaucht, liebt Edgar Poe, die Mystik und Psychologie. Ary Renan, 
der Sohn Ernest Renans und Enkel Ary Scheliers, hat über die weichen, 
gebleichtem Töne Puvis de Chavannes einen sanften angelsächsischen 
Duft a 1a Walter Crane gebreitet. Odilon Redon, der geistreiche Litho- 
graph, träumt von verzerrten Gesichtern, von Blumen, die kein 
sterbliches Auge gesehen, von weissen Riesenvögeln, die kreischend 
Muther, Moderne Malerei III. 38
        

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