Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1630396
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XLIX. 
FRANKREICH 
    Triumphe zu feiern. Auch 
    Ü   hier ist er modern bis in's 
         Mark, kennt keine feierlichen 
AI"   w    Gesten keine alterthfimelnd) 
      Naivetat; allein durch prick- 
       elnde, sprühende Farben- 
      Q  53' spiele weiss er die grossen 
       Flachen in ein Wunderbares 
  _     Märchenreich zu verwandeln. 
 2;.       iiDie Astronomiea sollte 1890 
i"    iki: ixifäliif-Ä Ü 7'     
  52., f?!        als Plafondbild fur den Salon 
    des Sciences im Hotel de 
iiäz-  .4?  f" Villa gelmlt werden. Noch 
   vor zehn Jahren hätte kein 
 ü,  (Atari-i, {Wllijllajä Watt KunstlerdieseAufgabe anders 
        
   als mittels entkleideter und 
   5x77  H!  Eli-s'il    
  mit belehrenden Attributen 
 Üliiiavatri Stimmt TeiägälÄiiÄliÄiTffSJiÄIJiläliliäiiä" h 1:- 1-- 
 jna,   verse ener iguren ge ost. 
  Die eine hätte einen Globus, 
au? hat:     iillißiiiliiiiaiiiqif.  -i     
_  wie i-iii-r die zweite einen Compass, die 
dritte ein Fernrohr gehalten, 
Be5"""d' Ponrät d" Mm; D' Lorbeerzweige in der andern 
Hand, um damit Galilei, Co- 
lumbus oder Kepler zu krönen. Besnard sah von alledem ab. Er erina 
nerte sich, dass ein Plafond gleichsam ein Ausblick auf den Himmel ist, 
und malte den Planetenrzium selbst, die Sterne, die zwischen der Erde 
und dem Mond ihren blauen Weg gehen. Die alten Figuren der Sterii- 
bilder ergeben ein graziöses Zusammenspiel leichter, weich daliin- 
schwebcnder Körper. Aehnlich wirkt unter den Bildern der Ecole 
de Pharmacie die grosse, mit feierlicher Schlichtheit vorgetragene 
Com osition wider Abende. Die Atmos häre ist ratibliiulich-weiss 
Y 
einzelne Sterne blitzen auf, zwei uralte Leute, Mann und YVeib, sitzen 
auf der Schwelle ihres Hauses, ernste, verwitterte Gestalten von stiller 
Grösse und ausdrucksvollen Linien. Der Alte blickt spähend zu den 
Sternen, wie mit dem Verlangen unendlicher Fortsetzung, das Weib 
lehnt sich müde und befriedigt an seine Schulter. Hinter ihnen in 
der Halle hängt über dem Feuer ein brodelnder Kessel, und eine junge 
Frau, ein Kind auf dem Arm, tritt durch die Thür  Mensch und 
Sternenwelt, Endliches und Unendliches in einfachen Symbolen.
        

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