Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1630309
XLIX. 
FRANKREICH 
S33 
Weihestimmung und triiumerischer Friede; keine gewaltsame Be- 
wegung, kein lauter Ton stört durch schreiende Lebhaftigkeit die 
Stimmung. 
Auch die Farbe bringt keinen Missklang in die grosse Harmonie. 
Sie ist sehr weich, hell, aber doch gedämpft, von jener matten stumpfen 
Unbestimmtheit, wie bleichende Tapisserien oder erblassende Fresken 
sie zeigen. Mild und zart, in kreidegrauer Einheit, die das Wirkliche 
bannt und den Traum bringt, tunfliesst sie die schemenhaften Figuren. 
Man kann seine Bilder gar nicht denken ohne dieses reine und 
doch verschleierte Licht, diese silberne, durchsichtige, Plato würde 
sagen: von göttlichen] Odem gesättigte Luft, ohne die zarten Töne 
dieser bleich grünen, bleich rosigen, bleich violetten Kleider, die 
fein wie welkende Blumen sind, und diese Carnation, die den Ge- 
stalten etwas Geisterhaftes, Ueberirdisches verleiht. Alles wirkt wie 
ein Lied von ganz hohen, fein gestrichenen, zitternden Geigentönen, 
stimmt heiter und sentimental, glücklich und traurig, lässt das Irdische 
vergessen und versetzt in eine ferne, weihevoll friedliche Welt. 
Mon coeur est en repos, mon äme est en silence, 
Le bruit lointain du monde expire en arrivant, 
Comme un son äloignä qwaffaiblit 1a distance, 
A Poreille incertaine apportä par le vent. 
olublic 
j'ai trop vu, trop senti, trop aimä dans nm vie; 
Je viens chercher vivant le calnxe du Löthä: 
Beaux lieux, soyez pour moi ces bords oü l'on 
L'0ubli seul däsormais 6st ma fölicitä. 
D'ici je vois 1a vie, 51 travers un nuage, 
Sävanouir pour moi dans Pombre du passsä  
Lüxmitiä me trahit, 1a pitiö m'abandonne, 
Et, seul, je descends le sentier de tombeaux. 
Mais 1a nature est lä qui finvite et qui t'aime; 
Plonge-toi dans son sein qu'elle fouvre toujours; 
Quand tout change pour toi, 1a nature est la mäme, 
Et le mäme soleil se läve sur tes jours. 
Puvis' schleierhafte Harmonie noch mehr in's träumerisch Un- 
bcstimmte transponirt und mit matteren, clegisch stimmenden Ton- 
lagen xiersetzt, ist glzjgbEr erwartet uns, wenn der Abend anfängt 
und erzählt mit vibrirender Stinnne Dinge, die sanft melancholisch 
machen. Er hat seine Stunde, seine Welt, seine Menschen. Die Stunde
        

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