Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1630151
S68 
XLIX. 
FRANKREICH 
Moreau. 
Galalea. 
schreibt seine Romane 
980115 l'oeil des Bar- 
baresq und sUn 
hoinnie libföx, Worin 
er die ganze Mensch- 
heit in zwei Classen 
theilt: die Barbaren 
und die Intelligenten. 
Zu den Barbaren ge- 
hören alle Leute von 
Amt und Beruf, vom 
Kaiser bis zum Bettler, 
vom ersten Minister 
bis zum letzten Acker- 
knecht, die Gelehrten, 
Kaufleute, Handwer- 
ker, Arbeiter, Alle. 
Die Intelligenten sind 
die Auserwählten, die 
kleine Elite des Geist- 
es, die Genussinen- 
schen reiner Schön- 
heit. 
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librea, der Typus dieser Aristokraten, ist nur relativ befriedigt im 
Genuss, Wahrhaft glücklich nur, wenn er seine Sensationen in der 
Erinnerung zeriisert. Sein Ideal ist die absolute Einsamkeit; sein 
ewiges Unglück, dass er gezwungen ist, unter den Augen der Bar- 
baren und im Verkehr mit ihnen zu leben. 
Auf dem Gebiete der Malerei zeigt sich eine ähnliche Umwandlung. 
Als Zola im Zenith stand, waren auch die Wände des Salons fast 
ausschliesslich mit Scenen aus dem modernen Arbeiter- und Bauern- 
leben bedeckt. Wohin man blickte, sah man Kampf un1's Dasein, 
Prosa des Lebens. Heute scheint Ludwigs XIV. vOtez-moi ces magotsa 
wieder das Princip der oberen Zehntausend des Geistes zu sein. Bilder 
aus der Bibel, der Mythologie oder Legende herrschen vor. Ueberall 
wird Musik gemacht. Serenaden wechseln mit Nocturnen und Morgen- 
symphonien. An die Stelle des Naturalismus ist duftiger Archais- 
mus, an die Stelle des Alltäglichen das Aparte, an die des grellen 
Tageslichtes ein mystisches Halbdunkel oder ein hellblauer, feingrauer,
        

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