Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1630042
XLVIII. 
UND 
WHISTLER 
SCHOTTEN 
557 
Lavery  
Tennispark. 
wo Glockenklang und Orgelbraus und Mandolinentöue die Luft 
durchzitterten, wahrend glänzende Aufzüge in Gold und Farben 
festlich durch die breiten Strassen wallen. Sie zeigten schaurige und 
linde Bilder aus der Sage, die wirklich jene echte Legendenstimmting 
athmeten, nach der wir so dürsteten und die für immer aus der 
Kunst entschwunden schien. Sie brachten Aquarelle von verblüffendem 
Können, lebensprühend in der Technik, dreist bis zur Frechheit. Fast 
Alle schienen geborene Coloristen, die ihre Begabung mit der Mutter- 
milch eingesaugt. 
Arilnmr Mel-ville, von den Boys King Arthur genannt, der schon 
zu Anfang der 70er Jahre nach Paris, dann nach Tanger ging, nahm 
von Meissonier und Geröme seinen Atlsgitng. Es ist in ihm etwas 
von der funkelnden Farbigkeit Fortunys, doch aufgefrischt durch den 
Impressionismus, frei von der tüpflichen Kleinmalerei des Spaniers. 
Mit Vorliebe benutzt er das Aquarell zum Ausdruck seiner Absichten 
und wirkte 1891 fascinirend, als er in einer Reihe von Blättern 
Scenen aus orientalischen Städten ausstellte. Das farbige Gewimmel 
einer nach Tausenden zählenden Volksmenge auf offenem hiarktplatz 
war mit derselben Virtuosität gegeben, wie EinzelgrtippeilVburnus- 
timgürteter turbangeltrönter Araber, die durch festliche Thorbogen 
in den Hof galerieumschlosseuer Häuser reiten, oder die kauernden 
Gestalten alter Bettler, die dem Treiben eines Schlangenbändigers 
folgen. Jedes Blatt bildete einen fiiinniernden Strauss von Farben, 
eine bewegliche Masse von hellen leuchtenden Tönen, und doch 
hielt eine weiche Atmosphäre Alles versöhnend, harinonisireiid zu- 
sammen. Ganz schottisch in seiner kühnen Nebeneinatnderstellting
        

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