Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1629877
Monticelli 
Italienisches 
ein Reflex, ein Stück buntes Tuch, war wie Haschisch für ihn, dem 
eine ganze Rakete von Farbenvisioixen folgte. Oft soll er auf dem 
Spaziergang ganz ausser sich gerathen sein über eine Blume oder 
einen Baumstamm, auf denen die Sonne spielte. Anfangs stand er 
noch im Banne seiner Zeit. Der braune Asphaltton, in den er alles 
abstimmt, verräth seine Zugehörigkeit zur romantischen Schule. Doch 
später, als er Paris verlassen, wird die Farbe frisch, saftig und rein. 
Die Zeichnung ist auf surnrnarisclie Andeutungen beschränkt. Die 
Figuren haben ihre Linien verloren, wirken nur noch als Masse. 
Ihre Rolle ist lediglich, die rauschenden Farben auseinanderzuhalten 
und durch ihre Gruppierung Hinunernde Tonbouqtiete zu ergeben. 
Gerade in solchen Compositionen, die dem Verstand wie ein halbes 
Chaos erscheinen, hat er die erstaunlichste Magie seiner Farbe ent- 
faltet, mit Pflanzen, Wblkeil, Costümen und Menschen die wunder- 
barsten Feenarchitekturen erbaut. 
Auf einem phantastischen Theater, aus dem ein weitleuchtender 
Schein blendend hervorstrahlt, bewegen sich etwa kleine Figürchen 
in grünen, blauen, rothen und gelben Gewändern. Junge Pagen 
schwingen bunte Fahnen, oder schleppen mächtige Kränze herbei. 
Musiker halten ihre Instrumente. Bunte, prunkeiide Lampen, mit 
Vögeln und Ornamenten bemalt, verbreiten ein röthliches Licht. 
Vorn auf dem Mosaikftissboden liegen buntstreifige Teppiche, und
        

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