Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1629861
XLVIII. 
W HISTLER 
UND 
SCHOTTEN 
539 
verständlichen Idioms 
ihn für hochgradig 
verrückt zu halten. 
Eine seiner fixen Ideen 
war, er hätte schon 
einmal in Venedig zur 
Zeit Tizians gelebt. 
Wurde zufällig in Ge- 
sellschaft der Name 
Delacroix genannt, so 
nahm er stets mit feier- 
lichem Gesichte den 
Hut ab. Alle Musik 
machte ihn ganz närr- 
isch vor Freude, be- 
sonders die der Zi- 
geuner, und wenn er 
einem solchen Con- 
certe beigewohnt, lief 
er immer sofort nach 
Hause, entzündete alle 
Kerzen und malte, so 
lange er den Pinsel 
halten konnte. Aeus- 
serlich soll er ein 
Montiaelli. 
Matinäe 
Printenzps. 
schöner alter Mann ge-  
WCSCH sein, mit breitem, wuchtigem Gang, majestätischem, ernsten 
Gesicht, dickem, weissen Haar und langem Bart, der ihm tief auf 
die Brust Fiel. 
Monticellis Bilder sind gemalte Zigeunermusik. Er hatte in 
seiner ersten Zeit viel stricten Beobachtungsgeist. Es gibt Landschafts- 
studien, in denen er die einfachsten Natureindriicke genau reproducirte. 
Er malte das Land im Werktagskleid: einsame Bauernhöfe, wo die 
Hühner picken oder Esel philosophisch vor "der Krippe träumen. 
Aber solche Studien nach der Natur und ein paar Porträts bilden 
eine seltene Ausnahme in seinem Werke. Sein Hauptzug ist eine 
feenhaft üppige Farbenphantasie, eine Palette von decorativstem Effect. 
Die einfachste Sensation verwandelte sich in seinem Kopf in ein 
glänzendes Schauspiel. Eine Landschaft, ein Büschel Sonnenstrahlen,
        

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