Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1629716
S24 
WHISTLER 
XLVIII. 
UND 
SCHOTTEN 
er seine Erziehung in der Kriegsschule von West Point erhielt. Auch 
er sollte Officier werden, fühlte sich aber in diesem Berufe nicht 
wohl und ging 1856 in das Atelier Gleyres nach Paris, wo er mit 
Degas, Bracquemond, Fantin-Latour, Ribot und Legros befreundet 
ward. In Paris veröffentlichte er 1858 seine erste, den Sammlern 
unter dem Titel nTlIC little French Sets bekannte Serie von Radir- 
ungen und schickte 1859 einige Bilder auf den Salon, die zurück- 
gewiesen wurden. Dasselbe Schicksal hatte 1863 sein erstes hervor- 
ragendes Werk, die iifemme blanchex, die dann im Salon des Refuses 
ausgestellt wurde und gleichzeitig mit den ersten Bildern Mancts in 
Künstlerkreisen ungemeines Aufsehen erregte. Die weisse Dame, 
stehend, hob sich ab von einem weissen Vorhang, der den ganzen 
Hintergrund des Bildes deckte. Das Ganze war, durch die Linien 
einer Figur auseinandergehzllten, eine Combination weisser Töne, ein 
Arrangement in Weiss. Das war damals im Titel noch nicht gesagt. 
Aber bei den späteren, 1874 in London ausgestellten Bildern fügte 
er bei: Portrait de ma miete-Arrangement cn noir et en gris. Portrait 
de Carlyle_Arrangement en noir et en gris. In beiden NVerken waren 
Figuren und Hintergrund in einer aus schwarz und grau combinirten 
Tonscala gehalten. 
Mit den Bildern war Whistler selbst nach London gekommen, 
das seitdem sein Wohnsitz blieb, soweit bei dem nervösen Mann, der 
bald in Paris, bald in Venedig oder Amerika auftaucht, überhaupt 
von einer Heimath zu sprechen ist. Er liess sich dort in ClIClSCR 
nieder, das er als Radirer künstlerisch entdeckte, und stellte in den 
nächsten Jahren theilsi in Burlington House oder in der Grosvenor 
Gallery, theils in einem eigenen Local Pall Mali Nr. 48 aus  mit 
Vorliebe kleine Bilder, die er als DNOICÜ, Harmonien und NOCIUIDCFIQ, 
als Arrangements in Gelb und Weiss, Arrangements in Fleischßirbe 
und Grau, Arrangements in Braun und Gold, Harmonien in Grau 
und Pfirsichfarbe, als Symphonien in Blau und Rosa oder als 
Variationen in Grau und Grün bezeichnete. Die Vignetten auf den 
Einladungskarten waren je nach der durchgehenden Note der Aus- 
stellung gleichfalls gelb, grau, silbern etc. gedruckt, Fussböden und 
Wände des Saales gelb und weiss, grau und silbern decorirt, sogar 
die Diener in Gelb und Weiss, Grau und Silber gekleidet. Selbst- 
verständlich zeigte das englische Publicum wenig Entgegenkommen, 
als es, gewohnt mit der Nase auf's Bild zu stossen und im Katalog 
eine Dichterstelle als Erklärung zu finden, sich Farbenconlbinationen
        

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