Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1629640
XLVII. 
ENGLAND 
317 
Für Watts g I" 0  S ß Com-  
positionen ist im Gegensatz Ä 
zu der poetisch angehauch-  
ten, in's Märchenhafte spiel-   j  
enden Phantasie BurnC-Jones' i    i Elf 1'  
ein grüblerisches Element be-  Je i  3 ;  mit"  
zeichnend, ein sinnendcs     
Sichvertiefen in Anschau-      ß   
ungen, die durch geheim-      i?  
nissvolle allegorische Bezüge d   f"   
den Verstand zu weiterer jvllfjWniiii  -g 1.. "i" i" 
Ausspinntlng reizen. Wie er   i Ü:  r: 
in der Formgebting iiusser-   I AI im,  Qqge,  
lich den alten Venezianern       
sich nähert, trennt er sich      
inhaltlich von ihnen durch      
eine dem nordischen Geist     493,1 f     
eigenthümliche Strenge und    A-     
Derbheit, durch ein Vorherr-  i"   g i:    
schen der Idee, wie es bei      i' r     
den südlichen Meistern sel-        
ten, und durch die tief trau-     
rige Anschauungsweise, die    
die Signatur des 19. jahr-    
hunderts bildet. Ueber der Wem: Liebe und Leben. 
rein künstlerischen Wirkung 
steht ihm die Absicht, durch seine Bilder ernsten Gedanken Nahrstoff 
zu geben: vDtZF Zweck der Kunst kann nur sein l die Darlegung irgend 
eines wichtigen Grundsatzes von geistiger Bedeutung, die Illustration 
einer grossen Wahrheitß 
Der eGeist des Christenthumsa, das einzige unter seinen Werken, 
das-dem religiösen Stoffkreis sich nähert, zeigt einen auf Wolken 
thronenden Jüngling, an dessen Füsse Kinder sich schmiegen. Der 
Blick des mächtigen Hauptes ist nach oben gewendet, die Rechte 
öffnet sich weit. Auf dem Bilde sOrphetis und Eurydicee ist der 
Moment geschildert, da Orpheus, nachdenl er sich timgeblicltt, Eury- 
dice gewahrt, wie sie erbleichend zu Boden sinkt, um wieder ver- 
schlungen zu werden vom Hades. Die Lyra entfällt seinen Händen, 
und in verzweifelte: Bewegung, in einer letzten ewigen Umarmung
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.