Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624847
XXXIV. 
FRANKR] 
und dem frischen Grün der Land- 
schuften zu äusserst feinen Akkor- 
den. Seine Bilder sind kleine 
Watteaus des 19. Jahrhunderts 
von ebenso discreter wie pikanter 
Wirkung. 
Nach Heilbuths Tode ist Alberl 
Aublel, der früher bluttriefentle 
Historien erzählte, der Lieblings- 
nmler der jungen Mädchen gewor- 
den, die in seinen Bildern eine 
graziöse Uebersetzung ihrer Schön- 
heit finden. Wenn er den C0111- 
ponisten Massenet malt, wie er 
von Blumen und schönen Frauen 
umgeben am Flügel sitzt, wenn er 
das Treiben der eleganten Welt am Strand eines Modebades schildert, 
wenn er junge Damen Rosen pflücken, in hellem Kleid zwischen 
grünem Gesträuch und gelben Blumen sinnend ciahinwaildeln oder 
in weissem Batiemantel in die See gehen lässt  so ist das Alles 
zwar weder tief noch besonders kunstvoll, aber liebenswürdig und 
reizvoll, hell und lustig und frisch.  
fean Bärarud, ein weiterer Interpret der Pariser Eleganz, hat das 
Licht der 'l'heater, die nackten Schultern von 'I'iinzerinnen, die 
Fräcke alter Herren, die Abendstimmuiig der Boulevards, die Ge- 
heimnisse des Cafe anglais, das Treiben in Montecarlo und die 
Rampen der Cafe-concerts zu zahlreichen Bildern verarbeitet. Ein 
Maler für Maler ist er ebenfalls nicht. Man möchte weniger ölige 
Schwere, eine keckere, zu dem leichten Inhalt mehr passende Frei- 
heit der Ausführung und dafür gern auf genrehafte Züge verzichten, 
von denen Beraud noch heute nicht lässt. Aber seine Illustrationen 
sind sehr geistreich. 
Uebrigens wäre es unmöglich, die Maler nach weiteren Specia- 
litiiten zu gliedern. Man kann Individuen nicht in Kategorien bringen, 
so wenig es möglich war zur Zeit der italienischen Renaissance, als 
der Maler sich gleichzeitig mit Bildhauerei, Architektur und Kunst- 
gewerbe beschäftigte. Die grossen Kfinstler mauern sich nicht in 
einen engen Raum der läeobachtung ein. Dem Atelier CntriSSen 
und der Natur wiedergegeben, suchen sie wie in den besten Zeiten
        

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