Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1629352
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XLVIl. 
ENGLAND 
Burne Jones. 
Circe. 
auf einem dünnen, schlank emporgeschossenen Körper. Die Hände 
waren fein und blass, die Arme muskellos, die Schultern schmal 
und schräg abfallend, die Hüften breit wie bei einem Weibe, die 
Beine schwach. Er ging immer kerzengerade, als wage er nicht, 
sich zu bücken, aus Furcht, dass sein grosser Kopf ihn aus dem 
Gleichgewicht brächte. Rossetti zog ihn an, wie die Flamme die 
Mücke. Er schmiegte sich an ihn, wie eine hingebende, zärtliche 
Natur, von ihrer eigenen Feinheit niedergedrückt, sich an eine stark 
und breit angelegte Natur lalammert, deren physische Kraftfülle ihr 
imponirt. Eine künstlerische Vorbildung hatte er noch nicht genossen, 
doch einige Zeichnungen, die Rossetti durch Vermittlung eines gemein- 
samen Freundes zu sehen bekam, verriethen trotz stammelnder Aus- 
drucksweise eine so poetische Kraft, dass der Painterpoet mit ihm in 
Verbindung trat und ihm gestattete, im Debating Room der Union 
Society einen Stoß" aus dem Arthur-Mythus, den Tod Merlins zu 
malen. Das Bild fand Beifall, Burne-Jones entsagte der Theologie, 
wurde ein intimer Freund Rossettis, der Genosse seiner Studien und 
ging mit ihm nach London. Dort entwarf er eine Anzahl Kirchen- 
fCnster für die Oxforder Kathedrale und schickte 1864 auf die Aus-
        

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