Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1629307
XLVII. 
ENGLAND 
433 
rosarothes Gewand, die 
Farben der Hoffnung 
und Liebe. Ihr Kopf 
hebt gerade von dem 
kleinen Stück gelben 
Himmels zwischen den 
beiden Palästen sich ab 
und scheint von die- 
sem wie von einem 
Strahlcnkrttnz uml-los- 
sen. Sie ist im Trance, 
hat das Gefühl ihres 
nahenden Todes und 
lebt geistig schon in 
der andern NVelt, währ- 
end sie körperlich sich 
noch auf dieser Erde 
befindet. Ein hinun- 
lisches Licht spielt um 
ihre Hände. EincTaube 
von ticfrosarothein Ge- 
fieder senkt sich auf 
ihre Knie herab und. . ROSSEUL. 5,7mm, 
bringt ihr eine Weisse 
Rose, während drüben vor dem Palaste Dantes die mit einem flanmleir, 
den Herz zum Himmel emporschxivebende Gestalt der Liebe dem Dichter 
kundgibt, dass Beatrice eingegangen zu überirdischem Leben. Das 
im Jahre 1879 gemalte, gleichfalls zu seinen reifsten Schöpfungen 
zahlende Bild sLa Donna della finestraa knüpft an die Stelle in der 
Vita ntiova an, wo Dante, voll Schmerz über Beatrices Tod, zu 
Boden sinkt und durch eine vom Fenster auf ihn blickende Dame, 
die Lady of pity, das menschgewordene Mitleid, getröstet wird. 
ßDantes Trauma -ist wohl das Werk, das den Maler auf seinem Höhe-_ 
punkt zeigt: der Ausdruck der Köpfe tief und gross, dieComposition 
streng mittelalterlich, fest geschlossen, die Malerei zwar gequält, aber 
das Ganze doch so zwingend, dass man es nie vergisst. Der Schatr 
platz ist, wie Rossetti selbst schreibt, Mill] mit Mohnblüthen über- 
streutes Traumgeniach, wo Beatrice auf einem in einer Wandnische 
stehenden Ruhebett liegt, als sei sie soeben sterbend darauf hin- 
31'"
        

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