Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1629269
XLVII. 
ENGLAND 
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Nur im Geheimen war er       V_   
berühmt, blos in engem w r Ä ; i.    
Kreise wie ein Gott bewun-    3,  
       
dert. Einer seiner Bekann-     
ten, der Maler Deverell, hatte f     litt  
ihm 1850 das NVeib zuge-  '   
führt, das für ihn wurde, was    all?     
fui Rembrandt Saskia Uylen- ß j- g    a?  
       
burgh, fur Rubens Helene   y   
Fournient gewesen: sein Ty-        F. 
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pus. Eine iunge Modistin,       
   m; v4. "u i       s    z; 
Miss Elisabeth Siddal. Ihr     
 1,17  -"r "W47.  i?" 
dickes, schweres Haar war 111i, n.    
blond mit ]8l1t)111 matten, egal  h, v  _-v  .2  
rothlichen Schein, wie f 1-  r;   ist; t ,  
zian ihn malte; es wuchs   1' "  i; 
ihr in zwei schmaler Wer- i  
denden Streifen tief in den   
  . Rosrellz: Szbylle. 
Nacken hinein, C1011: etwas 
blonder als das übrige Haar 
und dick gelockt. Die Augen hatten etwas Unbestimmtes im Ausdruck, 
nichts Träumerisches, Bewegliches, Veränderliches, sie schienen un- 
natürlich wach, unbezwinglich und unergrüiidlich. Das ganze Mienen- 
spiel lag im Untergesicht, in den Nasenliügeln, in Mund und Kinn. 
Namentlich der Mund war ausdrucksvoll mit seinen tiefen Mundwinkeln 
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seinen scharf vezeichneten Umrissen und herrlich veschweiften Li en 
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 Lippen von berückender, üppiger Schönheit, einer Leidenschalt 
ohne Grenzen und Gnade. Ihre hohe, hüftschltinlae Gestalt hatte etwas 
raffinirt Stilvolles". Die Formen waren strenv fast lilienstenvelzirtißr 
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und knabenhaft, aber die grosse Ueppigkeit des Busens gab ihr zu- 
gleich etwas Herausfbrderndes, das durch ihre blendende "Weisse und 
das krankhafte blutige Roth der Lippen noch mehr gehoben wurde, 
so dass der Eindruck, den sie machte, zugleich reizend war und be- 
iingstigend. Sie ward sein Engel und sein Teufel, die Muse, die ihn 
zu seinen zartesten Werken begeisterte, und der Vzimpyr, der ihm das 
Blut aus den Adern sog. Sieben jahre lebten sie heimlich zusammen, 
1857 Verlobten, 1860 verheiratheten sie sich, nachdeni sie im Laufe 
der Jahre auch seine geistige Gefährtin. sein alter ego geworden. Aus 
dieser E oclie stammen einzelne seiner schönsten Werke, die Beata 
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