Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1629123
XLVII. 
ENGLAND 
465 
die Hände vor Freude 
zusaimmenschlagen (4. 
Als er einmal mit seiner 
Frau nackt im Zimmer 
sitzt, lässt er einen 
Fremden ohne Zögern 
ein und empfängt ihn 
mit den Worten: wEs 
ist nur Adam und Eva 
hiem. Dabei machte 
er keineswegs den Ein- 
druck eines übcrreiz- 
ten, kranken Men- 
schen. Er war ein 
stimmiger, untersetz- 
ter Mann von robuster 
Gesundheit, sein gros- 
ses, glänzendes Auge 
blickte klar beobach- 
tend in die Welt. 
Seine Dichtungen 
betrachtete Blake als 
Enthüllungen, bei 
denen er nur die Rolle 
Blake. 
Allegorie. 
des Schreibers, nicht des Schöpfers spielte. vIch bin der Sekretär, 
die Autoren sind in der Ewigkeitq. Er schrieb seine Verse, wie 
er angab, nach einem Dictat, oft zwanzig bis dreissig Zeilen llllf 
einmzll, ohne vorherige Ueberlegung und sselbst gegen meinen 
Willena. Diese von ihm selbst mit Illustrationen versehenen Bücher 
sicherten ihm sein müssiges Einkommen. vlCll sehne mich nicht 
nach Verdienst,- ich brauche nichts, ich bin glückliche. 1821 bezog 
er die bescheidene, aus zwei Zimmern bestehende W ohnung in Batter- 
sea, wo er sechs Jahre später, am I2. August 1827 starb. 
Die Hauptgrundlage von Blakes künstlerischer Begabung ist die- 
selbe, die auch seinen Dichtungen ihre eigenartige Stelle gibt: eine 
mächtige Intuition. Er ist eine enthusiastische, den Ausgeburten seiner 
Phantasie willenlos preisgegebene, sich in schmerzvollen Halluzinationen 
verzehrende Seele. Alles Wirkliche verflüchtigt sich in's Gespenster- 
hafte; jeder Gedanke ist eine Erschütterung; eine Fluth berauschender 
Muther, Moderne Malerei
        

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