Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1628866
XLV. 
DEUTSCHLAND 
439 
ländische Reinlichkeit Lieber- "  vag, 
manns ist mit einem gewis-     
sen Menzelschen Esprit, mit      
einer Vorliebe für das Fun-     gjeci;  
keln de. Flackernde, für Prunk  1   ii t  
und Zierrath, vereint. sLü-   1  .1 
becker ÄVaisenmätlchena j     
nannte sich 1884 das erste - .51 2,1  
Bild, in dem er sich an Lie-    
bermann anschloss. Vier hüb-    j. 
schejungeNähterinnen sassen      
von weichem Licht timflossen         
in ihrem Arbeitsraum. Klare,  geil." k;  1'   
kalte Töne herrschten vor, a;  A1, 
nur das Roth der Kleider        Exil 
und die Ziegel des Daches  i"  l lililißlgiwe; 
YOT dcln Qffeiqglq Fengtef   yzgmsma-qu:  
belebten die lichte Farben-    
harmonie. In andern Bildern   
Sitzen SQgch-läher oder alte    "wrn    
Frauen bei dCY AfbClt, tlUfCll Kurlil: Kircheninleriezzr. 
die Ritzen tierjalousien tiringt 
das Licht in breiter Masse herein und blitzt und zittert auf den 
blanken Dielen. Doch sein liebstes Studienfeld blieben die lustigen 
Rococokirchen, wie sie in München, Bruchsal, Lübeck oder Ham- 
burg so unversehrt erhalten. Mädchen in weissem Kleid spielen die 
Ürgel. Chorknaben in rothen und schvxiarzen Gewändern bewegen 
sich vor hellen Kalkwänden. Oder die Kirche ist leer, nur das Licht 
hüpft auf den prächtigen Altären mit ihren gewundenen Marmor- 
säulen, auf dem ausgeschweiften Giebel, in dem das Auge Gottes in 
goldenen Strahlen erglüht, und auf den prunkvollen Reliquien, die 
in kostbaren Tabernakeln funkeln. In der pointirt amüsanten Be- 
handlung solcher Dinge entfaltet Kuehl besondere Geschicklichkeit. 
Paul Pliicker, ebenfalls zu den Vielen gehörig, denen Holland die 
Atlgen öffnete, führte in den Bildern, die ihn seit 1883 zuerst be- 
ltannt machten, gewöhnlich in Küchen holländischer Fischcrhätiser, 
mit der ltachelbeltleideten Wand, den bemalten Fayencetellern und 
dem brodelnden NVasserkessel, über dem sich so wohlig die Hände 
wärmen lassen. Das knisternde Feuer strahlt nach allen Seiten seinen
        

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