Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1628798
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1x'rller' 
Enipiintlcn vermochte im Rnhlnen eines Rundbiltles eine so echt 
ldtiistlerisclic NVirkung zu erzielen. Unbeschreiblich namentlich war 
der Eindruck der durch Olivenhaiilc und Berge begrenzten Land- 
schaft, die in einzelnen Partien Stimmungsbilder von grimdioser 
Wirkung darbot. Und Piglheins Bestes sind  seine tingemaltcn 
Bilder. Es gibt in der Wissenschaft einsame stolze Geister, die nie 
das Bedürfniss fühlen, ihre Gedanken in Druckcrschwärze umzu- 
setzen, und zu denen der Heissige Handwerker des Geistes doch 
mit jener ehrftirchtigen Scheu emporblickt, in der sich ausspricht, 
dass, was er selbst zu Tage fördert, doch nur iirinliches Stückwerl; 
ist gegenüber dem reichen Ideenfontls, der unverötientlicht iin Kopf 
jener Schweigstnnen wohnt. Gegenüber Piglhein hat man ähnliche 
Gefühle. Ihni werden von der Jugend hohe Ehren gezollt. So 
sehr über Aeltere die Meinungen auseinantlergehen  über Piglhein 
sind Alle einig, Man verehrt in ihm eine jener seltenen Naturen, 
die Alles könnten, was sie wollen, wenn ihnen nur Gelegenheit 
geboten würde, das ganze Maass ihrer Begabung zu zeigen. Seine 
Centaurenbilder, die Grablegting Christi mit der ernst feierlichen 
Landschaft, die Blinde, die auf dein Stab sich forttastentl durch 
das blühende.Mohnfeld schritt  gehörten zu den eindrucksxrollsten 
Bildern, die in Deutschland während des letzten Jahrzehnts ent- 
standen  und doch wirkten sie, von Piglhein ausgestellt, nur 
wie kleine Coupons eines Riesencapitals, das richtig angelegt ganz 
andere Erträgnisse liefern könnte. Deutschland vergeudet alljährlich
        

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