Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1628662
XLV. 
DEUTSCHLAND 
419 
Liebermann. 
Holländische 
Dozfslrasse. 
beugt, in's Bild hinein, sie ist gross und blond, ein Windstoss fegt 
durch ihre Röcke. Alle diese Bewegungen sind kühn erfasst und mit 
mächtiger Hand hingeschrieben. Alles ist gesund und kraftvoll, und 
einzelne Figuren haben eine so jugendliche Frische und Grazie, wie 
sie Liebermann selten erreicht hat. 
Die Münchener Pinakothek besitzt ein ähnliches Bild: Jdie Frau 
mit den Ziegena. In grauem, verlassenen Lande, auf einer wild ein- 
samen Düne führt eine alte Bäuerin zwei Ziegen auf sandigem, wind- 
verwehtem Abhang. Auch hier sind die Figuren so wuchtig und 
gross in den Raum componirt, dass kein Naturfragment, sondern 
ein Stück Natur gleichsam in condensirter Form sich darbietet. 
Das alte Weib, die Ziegen, der Sand und das dürre Gras  das 
sind nicht mehrere Gegenstände, sondern einer. Der Maler hat die 
Seele aus dieser wilden Landschaftgezogen und sie auf die Lein- 
wand gesetzt. Kein Strich mehr, Alles ist ausgedrückt. 
Wie hier das hungrige Grau eines ausgedörrten Bodens, malte 
er in der vhOlliiHdlSChCn Dorfstrasseq 1888 den keuschen Reiz der
        

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