Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1628352
388 
XLIV. 
 Seide mit tiunlqelgrünem Maintel 
 vor xveiss-rtuthem Grunde stand, 
  Ä von 1890 das der Ellen Terry als 
  i (z,  1-  Ausser dem Lächeln der ino- 
 ,  dernen Sphinx ist die Eleganz 
"i    iiiiiig vornehm erzogener Kinder sein 
 "    " Studienl-eld, Lind Renoir allein 
    911ml S   ' e  e e 
     Sie xvarenäexquisit, von. einer ganz 
;   neuen naiven Wahrheit, die vier 
 i:  kleinen Mädchen. die aui seinem 
  wPOftfiit der Misses Fß in einem 
E"    grossen dunkeln Saale spielten; 
alle Posen natürlich, alle Farben 
Job" Sllrgem" subtil, die Möbel, die grossen 
japanischen Vasen. die duftigen. 
hellen Kleider, die seidenen Strümpfe. Auf einem Bilde von 1891 sass 
ein allerliebster Bttckfisch, ganz von vorn gesehen, kerzengerade auf 
einfachem, hohen Holzstuhl vor einer duiikeln Vertiiiielting und blickte 
mit Weit offenen braunen Rehaugen ahnungslos träumerisch gradatis. 
Auf dem hübschen Bild vCarnation Lily Lily" Rosea, das heute im 
Londoner South-Kensington-Mnseum hängt, ist mit der zarten Beob- 
ttchtting des Kinderlebens noch ein geistreicher Lichterlieltt a la Besnard 
verbunden. Die Scene spielt zur Zeit der Abenddiimmerung in einer 
hübschen GüftCDCCkC eines englischen Landsitzes. Inmitten dichter 
rosarother Blumen und grüner Blätter beschäftigen sich zwei kleine 
Mädchen mit dem ernstesten Gesicht der XVelt, grosse japanische 
Lanipions anzuzünden, deren Licht mit dem der Diimmerriiig kämpft 
und in röthlich zitternden Wellen auf tiein Blattwerk und den Klei- 
dern der Kinder spielt. 
Sargcnt ist in scincr ganzen Art Franzose und in erster Liniu 
cin Maler für Mnlcr. Allcs Poetische", Inncrlichc fehlt ilnn vollständig. 
Er ist wie Besnard ein rafii11irtcr Virtuos, aber cin Künstlcr, dcr die 
Bewunderung seiner Collegen auch dann henlusfoidert, wenn das 
grosse Publikum rathlos vor seinen Bildern steht. Sein Metier 
amüsirt ihn, daruln amüsirt er Andere. Seine WVerke haben immer 
den Charakter der Handarbeit. Jeder Pinselstrich lässt sich verfblgen. 
Alles zuckt, athmet, lebt und bewegt sich. Einige Scenen aus Ylenedig
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.