Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1628168
XLIV. 
ERIKA 
369 
Vom Flügelschlage 
der Romantik wurde 
Amerika mässig be- 
rührt  man hatte 
keine Mönche, Ritter 
und Räuber, für die 
man schwärmen 
konnte  und auch 
die Richtung, die in 
Ingres und Cornclitls 
gipfelte, fand nur in 
ßVaslzington Allston 
einen Vertreter. Er 
war ein sehr vielseit- 
iger Mann, der erst 
unter West," dann ein- 
igejahre in Italien stu- 
dirt hatte und seit 1818 
in Boston Darstellun- 
gen aus der Bibel und 
Geschichte, Porträts, 
Idealliguren, Genre 
und Landschaften malte. Man lobte seine poetische Ader und nannte 
ihn den amerikanischen Tizian. Solcher Enthusiasmus der Zeitgenos- 
sen hat selbstverständlich stets ernüchternde Kritik i111 Gefolge, und 
S. R. Koehler weiss in seiner Geschichte der amerikanischen Malerei 
nichts Günstiges über Allston zu sagen. Immerhin scheint er, soweit 
sich aus Abbildungen seiner Hauptwerke urtheilen lässt,  wDie 
beiden Schwesterna, wJGTCHIiCtS und der Schreiben oder vLlCf durch 
die Gebeine des Elias wiedererweckte Todtm  ein starker, kräftiger 
Künstler gewesen zu sein. Die Zeichnung ist schön und gross, der 
dargestellte Gedanke einfach und tief, und über den Figuren liegt 
etwas fremdartig Derbes, realistisch Eckiges, das ihn mehr in die 
Nahe der englischen Praerafaeliteii als in die der Idealisten stellt. 
Mit Allstons Tode (1843) endete tibrigens seine Richtung; der 
Genius der grossen Malerei wendete sich für immer von der neuen 
Welt, und ein Deutscher, Ezmuzzzel Leutzß, ging auf dem von West 
und Copley betretenen Wege weiter. In Württemberg geboren und 
in Düsseldorf fast Director geworden, kann er nur mit mässigem 
Modem: Malerei III.
        

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