Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1627902
XLIII. 
RUSSLAND 
Der Orden musste verschwinden und die Unterschrift lautete harm- 
los: Xilorxivürfe in Folge eines Festnmhls. 
Das zweite Bild: ader Major auf Freiersftissene, dem Fedotow 
selbst eine mit Humor gedichtete, 150 Verse lange Erklärung beigab, 
schildert zwei Parteien, die einander übertölpeln: einen verschuldeten 
Major, der eine dicke Kaufmannstochter wegen ihrer Mitgift heirathen, 
und einen reichgewordenen Krämer, der Schwiegervater eines Edel- 
mannes werden möchte. Die Braut hat sich zur Feier des Tages in 
ein stark decolletirtes weissseitlenes Kleid geworfen, der Papa hat 
seinen besten Rock hervorgeholt, auch die Mutter ist voll Majestät 
und NVüi-tle. So sassen sie im Salon und warteten mit bebendem 
Herzen auf die Ankunft des hohen Gastes. Plötzlich öffnet sich die 
Thüre, die Heiratsvermittlerin tritt herein: sder Herr Major ist daa. 
Nun folgt einer jener komischen Schreckenseicfekte, wie sie Paul 
de Kock liebte. Die Tochter ist aufgesprungen und will schamhaft 
erröthend entHiehen, wird aber von der Mutter beim Kleide zurück- 
gehalten. Dem dicken, alten Vater gelingt es nicht, sein Lingewäähn- 
liches Ornat zu ordnen. Diener beeilen sich, den Imbiss herbeizu- 
tragen. Eine alte jungfer, die sich auch hereinwtigt, ist ganz Auge 
und Ohr geworden. Durch die offengelvliebene Thür sieht man im 
Vorzimmer die ältliche, stark fadenscheinige Figur des Bräutigams, 
der noch einen musternden Blick in den Spiegel wirft und seinem 
Schnurrbart einen martialischen Schwung gibt. 
Auf dem dritten Bilde ist der junge Mann der Gefoppte. Er 
hat geglaubt ein, unschuldiges, reiches Mädchen zu heirathen, das 
ihm eine complete Hauseinrichtting mit in die Ehe bringt. Doch 
schon am sMorgen nach dem Hochzeitstagea erscheint der Gerichts- 
vollzieher und pEindet Alles, die junge Frau bittet knieend um Ver- 
zeihung und durch die Thür sieht man die Schwiegernnitter, wie 
sie im Schlafzimmer" einem Tiiubchen den Hals umdreht und sein 
Blut auf die Lagerstätte der Neuvermiihlten träufelt. 
wDie MHUSCfLIllCQ, v der Lieblingshuntl ist kranke, sder Lieblings- 
hund" ist todm, sLlflS Modemagzizintz, a die Choleraa, x) die Rückkehr des 
Institutsfräuleins in's väterliche Hause stellten weitere Episoden 21 la 
Hogarth zu verwickelten Komödienscenen zusammen und sind, ob- 
wohl drastische Beitrage zur russischen Sittengeschichte, doch durch- 
gängig mehr zur Lectüre als zur Betrachtung bestimmt. Die Farben 
sind roh, die Charakteristik streift an Caricattir. Nur das Stillleben- 
element hat er oft hübsch behandelt und kommt darin fast den
        

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