Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624689
XXXIV. 
FRANKREICH 
erin schweren Holzschuhen schlep- tiqj-iiijj bgilfTqViftifjifklfllfliiffaärijvfiiäHi),.51ik  
penden Schrittes weiter geht. Und   
das kleine Mädchen drinnen am  
Thürpfosten, das in seinem hüb-    
scheu blauen Kleidchen so sauber       
und sonntäglich aussieht, blickt    
dem unheimlichen Alten verschüch-     
tert nach.      
sUn brave hommea, Le pere    
Jacques, wie der Meister das Bild  l 
später nannte, war gewissermassen  Ä; 
das Gegenstück zum Vagabundell   
Er kommt keuchend aus dem  
Wald, die ZiPfßhnüIZß auf dem  
Kopf, ein schweres Holzbündel ifÜ 
auf den Schultern, während neben Bajßllgn-Lepagg auf dem KrankgnbglL 
ihm sein Enkelchen die letzten 
Blumen pflückt. November ist's; die grünen Blätter sind gelb ge- 
worden und bedecken den Boden. Pere Jacques sorgt für den Winter. 
Der Winter naht  der Tod.   
Bastiens Gesundheit war nie gut gewesen und das Pariser Leben 
nicht geeignet, sie zu verbessern. Schlank und fein, blond, mit 
blauen Augen und scharfem Profil  tout petit, tout blond, les 
chevetix a la bretonne, le nez retrousse et une barbe dadolescent, 
wie M. Baskirtschelf ihn schildert,  war er recht der Typus, 
den die Pariserinnen lieben. Man belagerte sein Atelier; kein 
Fest, zu dem er nicht geladen, keine Jury, kein Comite, wo er 
fehlte. Die Amateure rissen sich um seine Bilder und fragten ihn 
bei ihren Ankäufen um Rath. Schülerinnen strömten ihm zu. Das 
Pariser Leben umrauschte,.die moderne Eleganz bezauberte ihn, 
er liebte das zuckende Leben; jubelte wie ein Kind auf Masken- 
bällen. Schwindsüchtige Leute sind stets sinnlich und schlürfen die 
Vergnügungen des Lebens in schnelleren, hastigeren Zügen. Er ver- 
liess Paris und stürzte sich in den Strudel anderer Grossstiidte. W0- 
hin er ging, aus der Schweiz, aus Venedig, aus London kam er mit 
Bildern und Landschaften heim. In London entstand das schöne Bild 
des Blumenmädcheiis, des zarten, bleichen Kindes, dem Hunger und 
Liebe früh ihre Spuren in das welke Antlitz geschrieben. Den 
ganzen Sommer 1882 arbeitete er ohne UntßflilSS in Da111VlneYS' ET
        

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