Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1627746
XLIII. 
RUSSLAND 
327 
fachheit, die so sehr         
die Unmittelbarkeit          
des Empfiingnisses, 3331i      i"  
das Frische, Lebens-      V     
volledes erstenWurfes "       
wahrt, dass man kaum  f    
noch an  literar-  "I7;   qnwu-xxgyf.    
ische Hervorbringung      i"    
denkt. Ein französ-        
ischer Schriftsteller   "i     
würde die Schzrleganz    E  
anders glatten, dafür   l l-fgw      
aber auch den Kern      1  
Weniger süss und         
schmackhaft gematcht,          
den Gedanken selbst   ,  :  .854.  ä  "  
ihre Elementarkraft          
genommen haben. In         
der Kunst wird der     . 321i;  i, "'77 Äiif. 
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äirlSt Sicht eher mün-   x"     
m Cvor auch der   1     
KÖYPCY erwachsen;  1  
Denken und Fühlen 
nicht eher bewusst,  Drzwyrlotu. 
bCVOY es in sinnliche, 
klare Formen gebracht ist. Erst die errungene technische Meister- 
Sßhflft führt zur Ausprägung der seelischen Eigenart. Und in dieses 
verfeinerte ästhetische Stadium ist die russische Malerei noch nicht 
dehnitiv getreten. Eingeklemmt zwischen Civilisation und Barbarei 
schwankt sie zwischen blinder NachiiHtmg fremder Muster und un- 
gelenker, derb hilfloser Schöpfung aus eigenem Gefühl heraus. Die 
Einen haben lleissig gelernt bei auswärtigen Meistern, aber über der 
fremden Weise auch den eigenen Geist vergessen; sie verbergen, in- 
dCm sie ängstlich der altademischen Schablone folgen, geflissentlich 
ledß persönliche Note. Bei den Andern merkt man, dass sie Etwas 
auf der Zunge hätten, eigene Gefühle und eigene NVünsche, die be- 
sondern Heimlichkeiten dieser seltsamen Race; aber sie können es nicht 
gestalten. quälen sich und stottern blos hilflos herum in einer unge- 
wohnten widerspenstigen Sprache. Trotzdem lieferte Russland zur all-
        

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