Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624040
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1624673
XXXIV. 
FRANKR] 
Stimmen sprechenDie 
Geister des heiligen Mi- 
chael, der heiligen Mar- 
garetha und Catharina, 
vor deren Statuen sie 
so oft gebetet, haben 
sich losgelöst vom 
Holzc und schweben 
als leichte Phantomc, 
als blasse Nebelschat- 
ten, die ebenso plötz- 
lich wieder zu Luft 
zerrinnen werden vor 
den Atlgen der Träum- 
enden. johanna erhebt 
sich  zitternd, hat 
ihre Fussbank umge- 
stosscn und schreitet 
nach vorn. Den linken 
Arm ausgestreckt, mit 
der kmnkliaft erweiter- 
Marie Baskirlschzß: Scbzzlklzaben. R311 Pupille illyS LCCTC 
starrend, steht sie un- 
beweglich, in Ekstase. Von allen menschlichen Ausdrücken, denen 
die Malerei nahen kann, ist solche mystische Verzückung vielleicht 
am schwersten wiederzugeben, und wohl allein mit Zuhilfenahme der 
Hypnose, auf die gerade durch die Experimente Charcots die Auf- 
merksamkeit der Maler gelenkt war, hat Bastien bei seinem Modell 
jenen "Ausdruck weltvergessener, religiöser Schwärmerei erzeugen 
können, der sich in dem unbestimmten Blick der wasserblauen Augen 
ausspricht. 
Auf die Iohanna folgte wder BCttlCfa, die lebensgrosse Figur 
des hageren alten Landstreichers, der, den dicken Stock unterm 
Arm, von dem er bei passender Gelegenheit Gebrauch machen würde, 
die Dörfer abgrast und bettelnd das Vaterunser vor den Thüren 
spricht. Diesmal hat er an der Pforte eines einfachen Bürgerhauses 
geklingelt und schiebt ein grosses Stück Brod, das ihm ein ltleines 
Mädchen gegeben, mürrisch in die timgchiingte Tasche. Ein Ge- 
misch von Ingrimni und Verachtung liegt in seinen Augen, Während
        

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